Wenn sich der Glaube an eine Notenbank irgendwie messen lässt, dann über den Zinsmarkt. Am Ende übt die Notenbank ihre Geldpolitik über die Zinsen aus. Stehen die Zinsen dort, wo sie die Notenbank haben will, kann man von Vertrauen sprechen. Inzwischen reicht einfache Zinspolitik nicht mehr. Die meisten Notenbanken sehen bei 0 % eine Art natürliche Untergrenze. Diese Untergrenze ist mehr oder minder in Stein gemeißelt. Die EZB hat versucht, mit negativen Einlagensätzen zu experimentieren. Banken zahlten auf überschüssiges Geld Zinsen. Das führte zu einer Schwächung des Bankensektors. Durch die Hintertür sind die Negativzinsen inzwischen praktisch abgeschafft. Das Experiment ist gescheitert. Es ist gescheitert, weil lediglich der Einlagensatz negativ war. Man hätte auch den Refinanzierungssatz in den negativen Bereich senken können. In diesem Fall erhält man Zinsen, wenn man sich Geld bei der Notenbank beschafft. Theoretisch ist das möglich. In der Praxis macht das keinen Sinn. Wenn man dafür bezahlt wird, dass man Kredit aufnimmt, will jeder natürlich möglichst viel Kredit haben. Die Geldvermehrung kennt kein Halten mehr und es ist unwahrscheinlich, dass das System so stabil bleibt.

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