• Soja - ISIN: US12492A1079
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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die regenbedingten Verzögerungen bei der brasilianischen Sojabohnenernte schlagen sich inzwischen auch in den Handelszahlen nieder. So hat China, der mit Abstand größte Kunde Brasiliens und auch des Hauptkonkurrenten USA, in den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 sogar etwas weniger Sojabohnen importiert als im Vorjahreszeitraum, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Die Differenz sei zwar klein, doch wäre bei der dynamischen Nachfrage, vor allem wegen der Wiederaufstockung der Schweinebestände nach der Afrikanischen Schweinepest, eigentlich ein Plus zu erwarten gewesen. Schon letztes Jahr sei Chinas Hunger nach Sojabohnen rekordhoch gewesen und er solle 2021 Schätzungen zufolge weiter steigen, heißt es weiter.

„Neue Ausbrüche der Schweinepest in China haben zuletzt allerdings die Unsicherheit über die künftige Nachfrage stark erhöht. Dass die chinesische Zollbehörde gestern mit 13,41 Millionen Tonnen nur die Gesamtimportmenge für Januar und Februar meldete, liegt am chinesischen Neujahrsfest, dessen Einfluss auf die Zahlen etwas gemildert werden soll und das in diesem Jahr Mitte Februar stattfand“, so Helbing-Kuhl.

Allerdings seien dies Monate, in denen brasilianische Lieferungen erst begännen, die US-Lieferungen zu verdrängen, die im vierten Quartal und bis ins neue Jahr hinein traditionell die Oberhand hätten – ein Muster, das allerdings während der US-chinesischen Handelsstreitigkeiten von 2018 bis Anfang 2020 völlig durcheinander geraten sei. Doch die Ernteverzögerungen in Brasilien beeinflussten nicht nur die um die Dauer der Schiffspassage verschobenen Importdaten Chinas, sondern auch ganz aktuell das Geschehen an den Terminbörsen, heißt es weiter.

„Denn noch immer sind die anfänglichen Verzögerungen in Brasilien nicht aufgeholt, was nebenbei auch die Aussaat für die wichtige zweite Maisernte hinter das ideale Zeitfenster zu verschieben droht. Und Nachrichten aus dem Nachbarland Argentinien über zu viel Hitze und Trockenheit, die auch in den beiden kommenden Wochen anhalten sollen, haben die Sorgen um die dortige Ernte wieder aufleben lassen. In der Folge markierte der Sojabohnenpreis in Chicago am Morgen im meistgehandelten Kontrakt bei 1.460 US-Cent je Scheffel einen weiteren Höchststand seit Juni 2014“, so Helbing-Kuhl.

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