Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der aktuelle Handelsstreit zwischen den USA und China ist ein Paradebeispiel für die mit Zöllen einhergehenden Mengen- und Strukturverschiebungen in Produktion und Handel. Die chinesischen Strafzölle auf Sojabohnenimporte aus den USA haben die Lieferungen aus den USA fast zum Erliegen gebracht, aber zu deutlich höheren Importen Chinas aus Brasilien geführt, dessen Ware sich durch die hohe Nachfrage verteuert hat, wie die Analysten der Commerzbank im „Tagesinfo Rohstoffe“ schreiben.

    Doch sei auch das brasilianische Angebot trotz der Rekordernte nicht unbegrenzt. Möglicherweise würden bald in nicht unerheblichem Umfang Sojabohnen aus den USA nach Argentinien verschifft, wo diese dann zu Sojamehl und -öl verarbeitet würden. In Argentinien, das selbst zuletzt eine Missernte zu beklagen hatte, könnte dadurch heimische Ware für die Lieferung nach China frei werden. Doch auch in den USA, dessen Landwirte unter den Zöllen des bisher wichtigsten Abnehmers auf ihr wichtigstes Produkt litten, sei die Anpassung noch längst nicht abgeschlossen, heißt es weiter.

    „Während in Brasilien nun auf einer noch größeren Fläche Sojabohnen angebaut werden sollen – das brasilianische Analysehaus AgRural rechnet mit einem Plus von zwei Prozent– planen die US-Landwirte eine Verschiebung der Anbauflächen weg von Sojabohnen, hin zu mehr Mais. Um dessen Absatz zu fördern, plant die US-Regierung inoffiziellen Berichten zufolge, den bisher im Sommer untersagten Verkauf von E-15-Benzin (dem statt zehn Prozent sogar 15 Prozent Ethanol beigemischt ist) freizugeben. Damit würde mehr Ethanol nachgefragt, das zum Großteil aus Mais produziert wird“, so .