Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die logistischen Probleme, die die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit sich bringen, zeigen sich nicht zuletzt bei der Verarbeitung von und dem Handel mit Agrargütern. Die Sorge um Lieferschwierigkeiten für Ware aus Südamerika gab in den letzten Tagen dem Sojabohnenpreis Auftrieb, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

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Der Preis für Sojabohnen hat mit knapp 900 US-Cent je Scheffel wieder das Niveau von Anfang März erreicht, bevor die Corona-Krise ihn bis auf 820 US-Cent je Scheffel absacken ließ.

„Berichten zufolge kommt es an den Farmen bei der Verladung auf Lastwagen wegen der Sicherheitsmaßnahmen zu Verzögerungen. Damit gelangt Ware teilweise nicht zu den Häfen oder den Verarbeitungsbetrieben. In einigen Regionen wird die Zufahrt von LKW derzeit nicht erlaubt. Dies gilt vor allem für Argentinien, dem größten Exporteur von Sojamehl, wo auch die Anlieferung von Sojabohnen zu den Mühlen stockt“, so Helbing-Kuhl.

Die Notierungen für Sojamehl hätten in den vergangenen Tagen einen Aufschwung erlebt - seit Mitte März hätten sie um 14 Prozent zugelegt - zumal auch in China und Brasilien Verarbeitungskapazitäten ausgefallen seien. In Brasilien sei bereits die zweite für den Export von Getreide und Ölsaaten wichtige Stadt im Bundesstaat Mato Grosso zur vorübergehenden Schließung vorgesehen, heißt es weiter.

„Nun verhandeln nach Angaben von Reuters Verarbeiter und Händler mit den offiziellen Stellen über eine Übergangsfrist, während der die Lager noch geräumt und die Ware verschifft werden kann. In Brasilien wird gerade die auf rund 125 Millionen Tonnen geschätzte und damit rekordhoch erwartete Sojabohnenernte eingebracht. In Argentinien wird sie bald Fahrt aufnehmen. Schätzungen belaufen sich hier auf eine Menge von etwa 52 Millionen Tonnen“, so Helbing-Kuhl.