Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Neben der Erwartung einer Rekordernte in den USA belasten zunehmend Sorgen um die globale Nachfrage die Stimmung am Sojabohnenmarkt. So wächst in China die Gefahr einer weiter um sich greifenden Afrikanischen Schweinepest. Diese könnte für erhebliche Nachfrageausfälle am Weltmarkt sorgen, wie die Analysten der Commerzbank im „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

    In der letzten Saison habe China 96 Millionen Tonnen Sojabohnen importiert und damit über 60 Prozent der weltweit gehandelten Menge, vor allem zur Verarbeitung zu Futtermitteln. Laut chinesischem Agrarministerium sei unklar, wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet habe. Die Welternährungsorganisation FAO sehe zudem die Gefahr einer weiteren Ausbreitung nach Korea und Südostasien. Auch würden Marktteilnehmer bereits erste Blicke auf die kommende Saison in Südamerika werfen, heißt es weiter.

    „In Brasilien beginnt in wenigen Wochen die Aussaat der Sojabohnen für die nächste Ernte. Die Teilnehmer einer Bloomberg-Umfrage schätzen im Durchschnitt, dass die Sojabohnenfläche um 3,2 Prozent auf 36,3 Millionen Hektar steigt. Der Anstieg bliebe damit unterhalb des Fünfjahresdurchschnitts (4,9 Prozent). Als ein Grund für die abnehmende Wachstumsrate werden steigende Kosten durch die von der Regierung nach dem Streik der Lastwagenfahrer angehobenen Mindestpreise für Transportleistungen genannt. Zudem verhängte ein brasilianisches Gericht ein Verbot des wichtigen Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Und der weiteren Verschiebung im Anbau von Mais zu Sojabohnen sind ebenfalls Grenzen gesetzt, zumal gestiegene Maispreise im Inland die Anbaukonkurrenz erhöhen“, so die Commerzbank-Analysten.