Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Für die Beilegung des Handelsstreits mit den USA versprach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli, vermehrt Soja in den USA zu kaufen. Dies scheint sich bereits zu erfüllen. Laut Reuters unter Berufung auf aktuelle Daten der EU sind die USA innerhalb der letzten zwölf Wochen zum größten Sojabohnen-Lieferanten der EU aufgestiegen, wie die Analysten der Commerzbank im „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

    Zwischen Juli und Mitte September seien die Importe um 133 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Die USA deckten somit 52 Prozent der gesamten Importe ab. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum habe der Anteil noch bei 25 Prozent gelegen. Der Anstieg habe aber vor allem preisliche Gründe. Denn US-Sojabohnen seien wegen einer rekordhoch erwarteten US-Ernte und der chinesischen Strafzölle so günstig wie seit zehn Jahren nicht, heißt es weiter.

    „Beim Konkurrenten Brasilien – von welchem nunmehr 40 Prozent der EU-Sojaimporte stammen – werden Sojabohnen aufgrund der hohen chinesischen Nachfrage um bis zu zwei US-Dollar je Scheffel teurer gehandelt. Zudem wird in Brasilien die Einführung eines eigenen Sojabohnen-Kontraktes diskutiert. Somit zeichnet sich am Sojabohnenmarkt eine strukturelle Veränderung im Zuge des US-chinesischen Handelskonflikts ab“, so die Commerzbank-Analysten.