Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Wie erwartet nahm das US-Agrarministerium USDA in seinen neuen Prognosen keine gravierenden Änderungen an den weltweiten Endbeständen für Weizen und Mais vor. Allerdings traut das USDA der EU nun zu, in der laufenden Saison 32 Millionen Tonnen Weizen zu exportieren, eine Million Tonnen mehr als bisher, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

WERBUNG

Auch für die USA habe es die Exportzahl leicht angehoben und dabei auf die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit verwiesen. Bei Mais habe das USDA dagegen die US-Exporte gekürzt, nachdem die bisherigen Daten enttäuscht hätten. Etwas größer seien die Änderungen bei Sojabohnen, bei denen das USDA die weltweiten Endbestände gut zwei Millionen Tonnen über der Januarzahl ansetze, heißt es weiter.

„Dazu tragen bereits höhere Anfangsbestände bei, über die Saison steigen die Lagerbestände dann vorrangig in China. Denn das Land soll 88 Millionen Tonnen Sojabohnen importieren, bisher wurden 85 Millionen Tonnen erwartet. Genug Ware ist vorhanden, zumal sich die brasilianische Ernte nach einem Aufschlag um zwei Millionen Tonnen nun auf 125 Millionen Tonnen belaufen soll“, so Helbing-Kuhl.

Gleichzeitig habe das USDA die Prognose für den brasilianischen Export um eine Millionen Tonnen angehoben. Für die USA habe es sogar einen Aufschlag von 1,4 Millionen Tonnen gegeben - mit Verweis auf eine höhere chinesische Nachfrage. Dabei bleibe unklar, bis zu welchem Grad sich darin bereits erhöhte Käufe Chinas zur Erfüllung des „Phase-1-Abkommens" widerspiegelten, heißt es weiter.

„Das USDA hatte im Vorfeld angekündigt, dieses noch nicht in konkrete Daten gießen zu können, sondern nur die groben Ziele zu berücksichtigen. Der Sojabohnenpreis reagierte kurzzeitig positiv auf die Prognosen, schloss aber weitgehend unverändert. Weizen gab um 1,8 Prozent nach, wobei hier auch das Ergebnis einer Ausschreibung Ägyptens drückte, bei der viel Ware angeboten wurde und schließlich nur russischer und rumänischer Weizen zum Zuge kamen. Auch Mais verbilligte sich leicht“, so Helbing-Kuhl.