Selbst wenn man wie ich strikt gegen Euro-Bonds ist - bei der Äußerung von Moritz Krämer, Leiter des Länderbereichs Europa bei S&P, kann man nur noch den Kopf schütteln. "Wenn wir einen Euro-Bond haben, bei dem Deutschland 27 Prozent garantiert, Frankreich 20 und Griechenland zwei Prozent, dann läge das Rating des Eurobonds bei ‚CC‘, was der Kreditwürdigkeit Griechenlands entspricht" , sagte er.

Krämer geht dabei davon aus, dass jedes Land nur seinen Anteil garantiert. Aber selbst wenn man geistig nur in Modellen lebt, ist doch unmittelbar eingängig, dass eine Anleihe, die zu 98% eben NICHT von Griechenland und damit dem schwächsten Land garantiert wird sondern von stärkeren Ländern, sicherer sein muss als eine Anleihe die zu 100% von Griechenland garantiert wird?

Hinzukommen zwei Faktoren:

1. Der theroetische Fall des Rückgriffs auf die Garantiegeber kommt erst zum Tragen, wenn keine Euro-Bonds mehr zur Refinanzierung platziert werden können. Das wäre vermutlich ohnehin erst dann so, wenn auch das Vertrauen in Deutschland versiegt.
2. Die Euro-Bonds sollen (falls sie denn je kommen), nach allem was man bisher lesen konnte, gemeinsam begeben und mit einer Haftung versehen werden, die einer gesamtschuldnerischen Haftung nahe kommt.

Sollten Euro-Bonds realisiert werden, was ich nicht hoffen, und sollte S&P tatsächlich ein CC vergeben, so wäre das einzige Resultat das Versinken dieser Agentur in der Bedeutungslosigkeit. Wer soll ein solches Urteil ernst nehmen?