Peking (Godmode-Trader.de) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) darf ihr Geschäfte künftig auch in China anbieten. Der US-Kreditwächter darf sich nun für den Bonitätsservice auf dem chinesischen Interbankenmarkt registrieren. Die chinesische Zentralbank PBoC hat in ihrer Mitteilung vom Montag die anderen beiden US-Ratinginstitute Moody’s Investors Service und Fitch Ratings allerdings nicht erwähnt.

    Die Einführung internationaler Ratingagenturen wird die Nachfrage ausländischer Investoren nach verschiedenen auf Yuan lautenden Vermögenswerten decken und die Bonitätsqualität auf dem Inlandsmarkt verbessern, teilte die Zentralbank in ihrer Erklärung mit. Die PBOC unterstütze die weitere Öffnung der Ratingbranche und werde die Vorschriften für die Bonitätsprüfung in China verschärfen, hieß es weiter

    Die Zulassung von S&P folgt auf eine grundsätzliche Öffnung des chinesischen Ratingmarktes im Jahr 2017. Ziel war es, die Reformen zu beschleunigen und den Wettbewerb auf dem inländischen Rentenmarkt zu fördern.

    S&P teilte vergangenes Jahr mit, dass es eine auf China zugeschnittene Bonitätsskala als Teil erarbeite, um eine Lizenz zur Bewertung von Anleihen im Land zu erhalten. „Internationale Kreditspezialisten werden sich die Zeit nehmen, lokale Kunden zu gewinnen, und sie werden auch mit der Frage niedrigerer Gebühren für Rating-Dienstleistungen in China konfrontiert sein, weshalb wir vorerst nur begrenzte Auswirkungen auf lokale Anbieter erwarten", zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg Lv Pin, Kreditanalyst bei CITIC Securities Co.

    In China hatten etwa 97 Prozent der 1.741 non-financial Unternehmensanleihen ein Rating von AA oder mehr, teilte die National Association of Financial Market Institutional Investors (NAFMII) am 6. November vergangenen Jahres mit. Die chinesische Ratingagentur Dagong war im vergangenen Jahr von der chinesischen Führung für ein Jahr gesperrt worden. Dagong galt als vergleichsweise locker bei der Bewertung chinesischer Wertpapiere.