Hannover (Godmode-Trader.de) - Zwischen dem abhängigen Unternehmen Stada und Nidda Healthcare, dem Investmentvehikel der Finanzinvestoren Bain und Cinven, als beherrschendem Unternehmen wurde ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven halten bisher 64,5 Prozent an Stada. Damit die Hauptversammlung den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag genehmigt, müssen die Haupteigner dort eine Stimmenmehrheit von 75 Prozent hinter sich bringen. Das außerordentliche Aktionärstreffen soll am 2. Februar 2018 in Frankfurt stattfinden.

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Der Stada-Vorstand und die Geschäftsführung von Nidda Healthcare haben sich darauf verständigt, dass den außenstehenden Aktionären angeboten werden soll, ihre Aktien zum Preis von 74,40 Euro je Aktie zu erwerben. Der ursprüngliche Angebotspreis hatte hingegen nur bei 66,25 Euro gelegen. Die Stada-Aktie notierte am Abend bei 81,30 Euro. Diejenigen Aktionäre, die ihre Stada-Aktien behalten, sollen dem Vertrag zufolge eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,82 Euro brutto je Aktie erhalten.

Die schon vor der Meldung über den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags deutlich über dem bereits vor einiger Zeit in Aussicht gestellten Barabfindungsangebot von 74,40 Euro notierende Stada-Aktie habe nochmals einen kräftigen Kurssprung hingelegt, nachdem die Höhe der Barabfindung nun auch offiziell bekannt gegeben worden sei, führt NordLB-Analyst Thorsten Strauß in einer Studie von Mittwoch aus.

Schon der im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots gewährte Preis von 66,25 Euro je Aktie (inklusive Dividende für 2016) sei durch die Geschäftsentwicklung nur schwer zu begründen und dennoch offenbar für viele Aktionäre nicht verlockend genug zur Annahme des Angebots. Der jetzt an der Börse gezahlte Aufschlag auf das noch erheblich höher liegende Barangebot im Rahmen des Beherrschungsvertrags lasse sich noch weniger erklären, denn eine entsprechende Aufstockung erscheine ziemlich unrealistisch.

Attraktiv könnte allenfalls die aus der jährlichen Ausgleichszahlung errechenbare Rendite sein. Er rate weiter, die hohen Aktienkurse zum Verkauf der Stada-Papiere an der Börse zu nutzen und bestätige daher die Empfehlung „Verkaufen“, so Strauß.