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    Wer seit der Finanzkrise nicht in Aktien investiert war, hat etwas verpasst. Investierte man während des Tiefs im Jahr 2009 in den marktbreiten US-Index S&P 500 zum Beispiel über einen kostengünstigen ETF investiert, konnte man sein Geld bis heute mehr als vervierfachen, wobei Dividenden noch nicht einmal berücksichtigt sind. Etwas schwächer, aber immer noch sehr ansehnlich, war die Entwicklung am deutschen Aktienmarkt. Ein Investment in den DAX hätte sich seit 2009 inklusive Dividenden (aber vor Kosten) immerhin mehr als verdreifacht.

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    DAX im Langfrist-Chart

    Doch die Kräfte, die zu dem phänomenalen Anstieg der Aktienmärkte beigetragen haben, dürften bald ihre Wirkung verlieren. Davon ist Starinvestor Ray Dalio, der die Hedgefondsgesellschaft Bridgewater Associates aufgebaut hat, überzeugt. Bridgewater Associates verwaltet rund 150 Milliarden Dollar an Investorengeldern und ist damit die größte Hedgefondsgesellschaft der Welt.

    In einem Posting bei LinkedIn schrieb Ray Dalio in dieser Woche, dass der Welt ein epochaler "Paradigmenwechsel" weg von Aktien und hin zu Gold bevorstehe:

    "Die meisten Menschen glauben heute, dass die besten 'riskanten Anlagen' weiterhin Aktien und aktienähnliche Anlagen wie gehebeltes Private Equity, gehebelte Immobilien und Risikokapital sein werden, und dies gilt insbesondere dann, wenn die Zentralbanken eine Reflationspolitik verfolgen. Infolgedessen ist die Welt gehebelt long und hält Vermögenswerte mit niedrigen realen und nominalen erwarteten Renditen (...). Ich denke dass es unwahrscheinlich ist, dass dies Investments mit guten realen Renditen sein werden", schreibt Dalio. Stattdessen empfiehlt der Starinvestor diejenigen Vermögenswerte, "die gut abschneiden wenn der Wert des Geldes abgewertet wird und nationale und internationale Konflikte eine signifikante Rolle spielen, so wie Gold."

    Scheinbar sichere Anlagen wie Staatsanleihen werfen inzwischen oft keine positive Rendite mehr ab, so dass damit die gigantischen Schuldenlasten in der Wirtschaft nicht mehr getragen werden könnten, schreibt Dalio. "Die enormen Geldbeträge in Anlagen ohne oder mit geringer Rendite reichen nicht aus, um die Verbindlichkeiten zu finanzieren, auch wenn der Haufen nach viel aussieht." Vermögenswerte wie Staatsanleihen bieten "kein angemessenes Einkommen" mehr, betont Dalio.

    Der milliardenschwere Hedgefondsmanager sieht nicht nur die Welt in einer Schuldenfalle, sondern rechnet auch mit zunehmenden nationalen und internationalen Konflikten sowie mit negativen Realzinsen, die den Goldpreis nach oben treiben dürften.

    In der Tat konnte der Goldpreis bereits in der vergangenen Woche wieder glänzen: Mit einem Hoch bei 1.450 Dollar erreichte das gelbe Edelmetall den höchsten Stand seit rund sechs Jahren.

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    Goldpreis (DB-Indikation) im Langfrist-Chart

    Der von Ray Dalio erwartete "Paradigmenwechsel" von Aktien zu Gold dürfte sich vor allem bei der Dow-Gold-Ratio (DGR) bemerkbar machen. Die DGR wird berechnet, indem der aktuelle Kursstand des Dow Jones Industrial Average durch den Goldpreis in US-Dollar dividiert wird.

    Eine steigende Dow-Gold-Ratio bedeutet, dass amerikanische Blue-Chip-Aktien besser abschneiden als der Goldpreis. Eine fallende DGR bedeutet hingegen, dass der Goldpreis besser performt.

    Wie der folgende Chart zeigt, gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder lange Phasen mit einer Dauer von teilweise mehreren Jahrzehnten, in denen Aktien bzw. der Goldpreis eine anhaltende Outperformance zeigten.

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    Vom Jahr 1980 bis zum Jahr 1999 konnte der Dow Jones Index zum Beispiel deutlich stärker zulegen als der Goldpreis. Anschließend, bis zum Jahr 2011, hatte hingegen der Goldpreis die Nase vorn. Seit dem Jahr 2011 zeigen wieder Aktien eine Outperformance, wobei die DGR allerdings inzwischen seit Oktober 2018 kein neues Hoch mehr erreichen konnte.

    Ray Dalio erwartet nicht, dass der von ihm erwartete Paradigmenwechsel bereits kurzfristig erfolgen muss. Doch mittelfristig rechnet Dalio fest damit. Das liegt auch daran, dass die Notenbanken nach Einschätzung von Dalio ihr Pulver zum größten Teil verschossen haben und immer weniger Spielraum haben, um die Märkte noch einmal nach oben zu pushen.

    "Ich glaube, dass es sowohl risikoreduzierend als auch renditeverbessernd wäre, darüber nachzudenken, Gold dem eigenen Portfolio hinzuzufügen", schreibt Dalio resümierend.


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