Michael Burry hatte bereits am 16. Juni vor der "größten spekulativen Blase aller Zeiten in allen Dingen" gewarnt (nachzulesen hier).

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Am Tag darauf legte Burry nach. In einem inzwischen gelöschten Tweet schrieb Burry sinngemäß:

"Alles, was Hype und Spekulation machen, ist dass sie Privatanleger [in den Markt] hineinziehen vor der Mutter aller Crashs. #FOMO Parabeln lösen sich nicht seitwärts auf; wenn Kryptowährungen aus den Billionen oder Meme-Aktien aus den Zehnermilliarden [Dollar] zurückfallen, werden sich die Verluste der Kleinanleger der Größe von ganzen Ländern annähern. Die Geschichte hat sich nicht verändert."

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Michael Burry wurde vor allem mit seinen erfolgreichen Wetten auf den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes im Zusammenhang mit der Finanzkrise von 2008 berühmt. Im Film "The Big Short" wurde der etwas verschrobene Portfoliomanager von Christian Bale gespielt. Burry sieht sich selbst als klassischen Value-Anleger und hält die Bewertungen an den Finanzmärkten schon seit längerer Zeit für völlig übertrieben.

In eine ähnliche Kerbe wie Burry schlägt auch der Value-Investor Jeremy Grantham, der bereits im Januar vor einem Crash in einer ähnlichen Größenordnung wie in den Jahren 1929 oder 2000 gewarnt hatte.

In einem längeren Interview mit Bloomberg sagte Grantham nun, dass die vergangenen 12 Monate das "klassische Finale eines 11-jährigen Bullenmarktes" darstellen würden. Gemessen am Kurs-Umsatz-Verhältnis sei die Überbewertung jetzt noch größer als auf dem Höhepunkt der Internetblase während der Jahrtausendwende, so Grantham.

Auch das hohe Handelsvolumen bei Call-Optionen und Penny Stocks seien typische Zeichen eine Blase, ebenso wie Verschuldung und Margin-Kredite auf Rekordniveau.

"Nachdem alle notwendigen Kästchen eines spekulativen Höhepunkts angekreuzt sind, ist der US-Markt historisch seit Januar dazu berechtigt, in sich zusammenzubrechen", sagte Grantham.

Besonders gefährlich an der aktuellen Blase sei, dass mit den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten alle Märkte gleichzeitig überbewertet seien und jetzt auch noch die Rohstoffpreise stark zulegten. Etwas derartiges habe es noch nie gegeben, so Grantham. Das ähnlichste sei die Spekulationsblase in Japan im Jahr 1989 gewesen. Bis heute hätten sich weder die Landpreise noch die Aktienkurse in Japan wieder das Niveau von 1989 erreicht, so Grantham.

Besonders pessimistisch gab sich Grantham für Kryptowährungen und Meme-Aktien. Das Zocken mit Meme-Aktien "einfach weil es lustig ist" sei "alltäglich geworden“, so Grantham. "Es ist eine völlig nihilistische Parodie auf das eigentliche Investieren. Das ist es, Jungs, der größte US-Fantasy-Trip aller Zeiten."

Es bleibt abzuwarten, ob die Warnungen von Burry und Grantham möglicherweise eintreffen oder sich beide einfach in die lange Reihe der Crash-Propheten einreihen, die seit vielen Jahren mit Blick auf die fundamental hohen Bewertungen einen Crash erwarten, deren Prognosen aber bis heute rein gar nichts mit der Realität zu tun hatten. Angesichts von Niedrig- und Negativzinsen scheinen die Märkte jedenfalls bisher kein Problem mit den auf den ersten Blick hohen Bewertungen zu haben.


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