An den Kapitalmärkten scheinen die „starken Hände“ langsam zurückzukehren: Zwar mussten laut einer Studie der EZB die Banken im Zuge der USKreditkrise weltweit 320 Milliarden USDollar abschreiben, doch dem gegenüber steht frisches Kapital für die Bankhäuser i. H. v. von 230 Milliarden US-Dollar. Auffällig dabei: Die Hauptrolle spielten „starke Hände“ wie Staatsfonds oder Private Equity-Gesellschaften, die sich an den Kapitalerhöhungen beteiligten bzw. Portfolios mit Hypothekenkrediten aufkauften. Dazu kamen die „starken Hände“ einiger Versicherer, die sich in großem Stil wieder in den Markt für verbriefte Anleihen zu wagen scheinen, um die hohen Risikoprämien für sich zu nutzen.

„Stärkere Hände“ auch bei den institutionellen und privaten Investoren: Eine Umfrage von Merrill Lynch kommt zu dem Ergebnis, dass die institutionellen Investoren wieder optimistischer geworden sind. Das zeigt auch der Bullen-Indikator der American Association of Individual Investors für die Privatanleger. Und: Einige Investmentbanken sprechen von zunehmenden Aktivitäten bei den Firmenfusionen und -übernahmen – und tatsächlich wurden auch in den vergangenen Wochen wieder einige Übernahmevorhaben verkündet.

Allesamt gute Zeichen, die sich in sinkenden Risikoprämien niederschlagen (wie u.a. im i-Traxx Crossover, der die Kosten der Kreditabsicherung wiedergibt, sowie dem „i-Traxx Senior Financials“ speziell für die vorrangig besicherten Kreditrisiken europäischer Banken und Versicherer).

Bleibt die Angst, dass die starken Hände am Ende auf eine schwache Konjunktur treffen – besser: eine Konjunktur, die sich deutlich schwächer entwickelt als erwartet – und dass dazu auch die Berichtssaison des 2. Quartals von Abschreibungen im Bankensektor überschattet wird. Das stark gefallene USVerbrauchervertrauen erinnert erneut daran, dass sich die US-Ökonomie im Abschwung befindet, während sich in Europa erste Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung zeigen. Hohe Nahrungsmittelpreise und ein Ölpreis auf Rekordniveau führen zu „starken“ Preisen, die verständlicherweise die Sorge um steigende Inflation und fallenden Konsum wecken.

Nicht zu vergessen: Nach wie vor ist der Geldmarkt verspannt und die starken Hände der Zentralbanken müssen für die Liquiditätsbrücke sorgen.

Ein verspannter Geldmarkt muss als Indikator dafür gesehen werden, dass die Bankenkrise noch nicht ausgestanden ist. Eine Sorge, die Anfang diesen Monats wieder aufflackerte.

In der Summe liegt daher die Überlegung nahe, Aktien an schwachen Tagen nachzukaufen, denn mittel- bis langfristig dürften Aktien wieder zu den Renditetreibern gehören.

Quelle: Allianz Global Investors

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