London/Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Bis auf 7.330 US-Dollar pro Tonne ging der Preis für Kupfer in der vergangenen Woche nach oben. Das Industriemetall erreichte damit ein Viereinhalb-Jahreshoch. Dabei profitiert der Rohstoff von einigen Entwicklungen, die auch mittel- bis langfristig weiter für steigende Kurse sorgen könnten.

    Auf der Nachfrageseite droht ein Engpass. In der größten Kupfermine der Welt, Escondida in Chile, könnten Streiks die Kupferförderung lähmen. Die Mine steht für rund 5 Prozent des weltweiten Kupferangebots. Escondida“ kommt laut Commerzbank auf eine Produktionskapazität von über 1 Mio. Tonnen p.a. Die Mine hat im letzten Jahr aber streikbedingt „nur“ rund 900.00 Tonnen Kupfer produziert. Viele Kupferminen weltweit sind darüber hinaus bald ausgebeutet. Sollten keine neuen Vorkommen entdeckt werden, droht eine massive Angebotslücke.

    Gleichzeitig steigt die Industrienachfrage. Der Bedarf dürfte im Zuge der Verbreitung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb deutlich zunehmen. Manche Prognosen gehen von einer neunmal höheren Nachfrage in zehn Jahren aus als derzeit. In klassischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor seien rund 23 Kilogramm Kupfer verbaut, Hybride benötigten bereits 31 Kilogramm des Industriemetalls, wie aus einer Studie der International Copper Association (ICA) hervorgeht. Rohstoffexperten gehen davon aus, dass die starke Nachfrage vor allem aus asiatischen Ländern den Kupferpreis weiter in die Höhe treiben wird.