In den vergangenen zwei Wochen setzte sich der positive Trend an den internationalen Aktienmärkten fort. Für Zuversicht sorgte vor allem der US-Arbeitsmarktbericht. Eine erneute Zuspitzung der Verschuldungskrise in Griechenland führte nur kurzfristig zu einer Verunsicherung. Mit Beginn der Berichtssaison könnte sich der positive Trend in den kommenden Tagen fortsetzen.

US-Arbeitsmarkt mit Stellenzuwachs

In der Woche vor dem Osterfest strebten die internationalen Aktienmärkte weiter aufwärts. Dabei wurden die Notierungen vor allem von guten US-Konjunkturdaten beflügelt. Besonders zu erwähnen ist der ISM-Index, der sich zur Wochenmitte mit 59,6 Punkten in starker Verfassung präsentierte. Die Mehrzahl der 300 befragten US-Unternehmen zeigt sich somit sehr optimistisch, was die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA angeht. Kurz vor dem Osterfest bauten die US-Indizes ihr Kursplus noch einmal aus, als die Daten zum US-Arbeitsmarkt präsentiert wurden. Erstmals seit Beginn der Finanzkrise konnte wieder ein deutlicher Zuwachs von 162.000 Stellen vermeldet werden. Zwar verbreiteten viele Analysten im Vorfeld noch höhere Flüsterschätzungen, dass die Daten dennoch nicht enttäuschten, lag vor allem daran, dass die Werte aus den Vormonaten kräftig nach oben revidiert wurden.

Eine Reihe von US-Konjunkturzahlen deutet bereits seit Monaten auf einen kräftigen Aufschwung hin. Bisher galt der US-Arbeitsmarkt, neben dem Häusermarkt, jedoch als größter Unsicherheitsfaktor. Für die US-Wirtschaft, die zu mehr als zwei Dritteln vom Konsum lebt, sind Verbraucher mit hohem Einkommen, die in Lohn und Brot stehen, von entscheidender Bedeutung. In der Woche nach Ostern setzte sich der positive Trend fort, sodass US-Aktien, gemessen am Dow Jones Industrial Average, in den vergangenen zwei Wochen letztlich 1,4 Prozent an Wert gewannen. Der Nasdaq-Index legte hingegen sogar 2,5 Prozent zu.

Griechenland belastet nur kurzfristig

Im Schlepptau dieser Daten verzeichneten auch die europäischen Aktienmärkte weitere Zuwächse. In der vergangenen Woche mussten die Notierungen allerdings zwischenzeitlich einen leichten Dämpfer hinnehmen, als sich die schon überwunden geglaubte Verschuldungsproblematik Griechenlands noch einmal verschärfte. Aus Athen waren Gerüchte zu hören, die Regierung würde nur ungern auf die Hilfen des IWF zurückgreifen, da damit auch ein hoher Reformdruck verbunden wäre, der zu Ausschreitungen innerhalb der Bevölkerung führen könnte. Daraufhin erhöhte sich noch einmal kurz die Risikoaversion. Als die EZB in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag jedoch durchblicken ließ, dass in Anbetracht der Lage in Griechenland vorerst nicht mit Zinserhöhungen zu rechnen ist, konnten Anleger der Diskussion auch etwas Gutes abgewinnen. Risikoanlagen bleiben somit auch weiterhin von der umfangreichen Liquidität gut unterstützt. Im Zwei-Wochenvergleich verteuerten sich die Werte des DJ EuroStoxx50 somit durchschnittlich um 1,8 Prozent.
Fusionen bei Fluggesellschaften setzten sich fort

Unter den Einzeltiteln machten vor allem Fluggesellschaften auf sich aufmerksam. Als zyklische Titel waren sie von der Wirtschaftskrise besonders betroffen und versuchen nun, durch Fusionen und dadurch ausgelöste Synergieeffekte ihre Gewinnsituation zu verbessern. Nach fast zweijährigen Verhandlungen wurde am vergangenen Donnerstag der Zusammenschluss von Iberia und British Airways besiegelt. Beide Gesellschaften sehen ein Einsparpotenzial von bis zu 400 Mio. Euro jährlich. Die Spanier werden statt bisher 106 Flugziele nun doppelt so viele anbieten und schließen mit den BA-Routen nach Asien und Nordamerika bestehende Lücken in ihrem Streckennetz. Nach Umsatz entsteht die fünftgrößte Fluggesellschaft der Welt. Innerhalb Europas wird sie nach Lufthansa und KLM zukünftig an Platz drei rangieren. Anleger gaben dieser Allianz bereits Vorschusslorbeeren. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs von Iberia um etwa 37 Prozent. In diesem Zusammenhang ist aber auch die Deutsche Lufthansa in den Fokus der Anleger gerückt. Die Kranichlinie gehörte mit einem Kursplus von fast fünf Prozent zu den großen Gewinnern der vergangenen Handelstage.

Ausblick

In dieser Woche werden die Anleger ihr Augenmerk auf den Start der Quartalsberichterstattung in den USA legen. Hier ist erneut mit deutlichen Gewinnsteigerungen zu rechnen, was die Aktienmärkte weiter beflügeln dürfte. Auch in Europa werden gute Zahlen erwartet. So gab etwa die Schweizer UBS-Bank bereits bekannt, dass in den ersten drei Monaten 2010 deutlich höhere Erträge erwirtschaftet wurden als bisher angenommen.

Unter den Konjunkturdaten sind die Einzelhandelsumsätze in den USA und die ersten Schätzungen zum BIP-Wachstum in China für Q1 von besonderem Interesse.

Quelle: Union Investment

Gegründet im Jahr 1956, zählt Union Investment heute zu den größten deutschen Investmentgesellschaften. Rund 161,9 Mrd. Euro verwaltete die Gesellschaft per 30. September 2009, davon 99,5 Milliarden Euro in Publikumsfonds. Die Produktpalette für private Anleger umfasst Aktien-, Renten- Geldmarkt- und Offene Immobilienfonds sowie gemischte Wertpapier- und Immobilienfonds und Dachfonds. Anleger erhalten diese Produkte bei allen Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Rund 4,6 Millionen Anleger nutzen überdies die Depotdienstleistungen der Union Investment.