Brüssel/ Kiew (Godmode-Trader.de) - Die Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine rund um die Krim wird immer bedrohlicher. Nach den Zusammenstößen von Schiffen und Militärs beider Seiten im Asowschen Meer hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko das Kriegsrecht für die kommenden 60 Tage verhängt. Das teilte das Präsidialamt am Montag mit. Noch am Nachmittag wollte das Parlament zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Die Volksvertreter müssen binnen 48 Stunden über das Kriegsrecht befinden und ihre Zustimmung erteilen, damit der Ausnahmezustand in Kraft treten kann.

In der Meerenge von Kertsch vor der Halbinsel Krim hatte die russische Marine ukrainischen Schiffen die Durchfahrt verweigert und eines der Schiffe gerammt. Später wurden drei ukrainische Schiffe von russischen Streitkräften gekapert. Auf ukrainischer Seite seien dabei drei Angehörige der Streitkräfte angeschossen worden, teilte Russlands Inlandsgeheimdienst FSB nach Angaben russischer Medien mit. Außerdem seien ukrainische Soldaten in Gewahrsam genommen worden.

Der Auswärtige Dienst der EU hat die Entwicklungen als inakzeptabel bezeichnet und Russland zu einer sofortigen Freilassung festgenommener Seeleute aufgefordert. Aus Sicht der EU müsse Russland alle Schiffe ungehindert durch die Meerenge von Kertsch fahren lassen, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag. Es gelte internationales Recht. Zugleich warnte der Auswärtige Dienst auch die Ukraine vor vorschnellen Reaktionen.

Moskau kritisierte die Taktik Kiews als reines Wahlkampfmanöver der Führung. In dem Land soll im Frühjahr 2019 die Präsidentenwahl stattfinden. Laut aktuellen Umfragen könnte Poroschenko seiner Konkurrentin Julia Timoschenko unterliegen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow fand harte Worte und forderte den Westen dazu auf, die Ukraine vor einer weiteren Eskalation in der Meerenge von Kertsch zu beruhigen. „Die westlichen Unterstützer Kiews sollen dort jene zur Vernunft bringen, die aus Kriegshysterie politischen Profit schlagen. EU-Ratschef Donald Tusk verurteilte die Anwendung von Gewalt.. Russland müsse für die Rückkehr der Matrosen und Schiffe sorgen, weitere Provokationen müssten unterbleiben.