Gastbeitrag des Guidants-Experten Stephan Heibel

Viele Anleger haben sich von ihren Positionen getrennt und warten nun erst einmal die nächsten Schritte ab.

Auf der einen Seite ist damit kein "Druck" auf dem Kursen, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Doch das Verhalten ist auch vor dem Hintergrund des Sommeranfangs zu sehen. Viele Anleger lichten traditionell ihr Portfolio vor den Sommermonaten aus, um an der Börse ein wenig kürzer zu treten, Zeit mit der Familie zu verbringen und sich gut erholen zu können.

Einige Monate mit dünnem Handelsvolumen stehen also an, und das könnte bedeuten, dass die Aktienmärkte schon mit geringen Volumina heftig in die eine oder andere Richtung getrieben werden können. Ausschläge könnten also weiterhin heftig ausfallen, doch nicht nachhaltig sein. Das passt einmal mehr in die von mir in Aussicht gestellten volatilen Sommermonate.

Ein Ausbruch nach oben benötigt in meinen Augen eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Ein Durchrutschen auf neue Tiefs erfordert eine Eskalation des Handelsstreits in neue Bereiche, denn alles was man Berechnen kann, ist inzwischen eingerechnet.

Beides halte ich für unwahrscheinlich, rechne also mit anhaltend volatilen Kursen.

Zumindest im DAX dürften wir kurzfristig ein Tief gesehen haben, nachdem das Ergebnis unserer Umfrage extrem negative Stimmungswerte ausweist. Doch besonders nachhaltig dürfte eine solche Gegenbewegung ohne passende Entscheidungen auf der politischen Ebene nicht sein.

Ich würde Ausverkäufe wie den aktuellen nutzen, um Aktienlieblinge vorsichtig einzusammeln. Zu Kursen über 13.000 würde ich mich auch in den kommenden Wochen weiter von Positionen trennen, die nicht mehr so gut ins Portfolio passen.