Auf der politischen Bühne in Deutschland ist es in dieser Woche, konkret am 7. September 2018, zu einem Vorgang gekommen, der in die Geschichtsbücher eingehen dürfte:

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Gegenüber der BILD-Zeitung widersprach Hans-Georg Maaßen, Chef des Verfassungsschutzes, nicht nur den „Hetzjagd“-Behauptungen der Bundeskanzlerin zu den Vorfällen in Chemnitz.

Gleichzeitig machte Maaßen klar, dass die Äußerungen von Angela Merkel und Regierungssprecher Steffen Seibert nach seinem Dafürhalten auf „gezielten Falschinformationen“ beruhten, um damit „von dem Mord in Chemnitz abzulenken“.

Im Klartext: Der oberste deutsche Verfassungsschützer bezichtigt die Kanzlerin nicht nur der Lüge, er vermutet dahinter eine gezielte Strategie, um den Mord von Chemnitz vor der Öffentlichkeit zu verschleiern.

Es ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik, dass der oberste Hüter der Verfassung einem deutschen Regierungschef derart unmissverständlich in den Arm fällt. Erleben wir hier gerade eine Art „Aufstand von oben“ gegen die Bundeskanzlerin?

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Der Vorgang ist derart brisant, dass auch die großen Medien nicht umhinkommen, ausführlich darüber zu berichten. Von einem medialen Aufstand ist einstweilen allerdings wenig bis gar nichts zu sehen. Bei Spiegel Online etwa heißt es lapidar: „Hans-Georg Maaßen sieht keine Beweise für Hetzjagd in Chemnitz“.

Die relative Gelassenheit der Leitmedien angesichts des historischen Vorgangs muss allerdings nicht von Dauer sein. Denn es ist zu vermuten, dass im Windschatten des obersten Verfassungsschützers jetzt auch der eine oder andere Medienschaffende sein Gewissen entdeckt und dabei womöglich feststellt, dass die eigene Arbeit mit der Verfassung ebenso wenig in Einklang zu bringen ist, wie zahllose Handlungen der Bundesregierung.

Dann könnte dem Aufstand des obersten deutschen Verfassungsschützers eine Medienrevolte auf dem Fuße folgen...

Vor einigen Tagen hatten wir an dieser Stelle am Beispiel der Türkei erläutert, warum Krisenherde und deren Folgen insbesondere von vielen Experten notorisch unterschätzt werden.

Gut möglich, dass auch auf der politischen Bühne in Deutschland gerade ein Skandal heranwächst, dessen Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Deutschland von der überwiegenden Mehrheit noch nicht einmal ansatzweise korrekt eingeschätzt wird:

Dass die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung nicht zum Nulltarif zu haben ist, wird bislang nur von ein paar wenigen Querdenkern thematisiert. Die Masse der Analysten breitet den Mantel des Schweigens über das Tabu-Thema. Sollte sich das ändern, könnte auch der DAX schnell einige Etagen tiefer rutschen.

Für die Kanzlerin jedenfalls dürfte es nach den Äußerungen von Hans-Georg Maaßen eng werden, denn wer Antifa-Material zur Diffamierung der eigenen Bevölkerung missbraucht, der sollte sich nicht wundern, wenn dieser Bumerang wieder zurückkommt...

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.