Energie: Die Ölpreise handeln zum Wochenauftakt leicht im Minus, jedoch nur unweit der letzte Woche verzeichneten 3½-Jahreshochs. Brent fällt auf 76,5 USD je Barrel, WTI auf gut 70 USD je Barrel. Am Freitag hatte Baker Hughes einen Anstieg der Bohraktivität um 10 Ölbohrungen in der letzten Woche bekanntgegeben. Heute Abend veröffentlicht die USEnergiebehörde EIA Schätzungen zur US-Schieferölproduktion für Juni. Diese sollte angeführt vom Schieferölvorkommen Permian Basin weiter kräftig steigen. Allerdings gibt es derzeit Probleme beim Abtransport, wie der hohe Preisabschlag von WTI Midland gegenüber WTI Cushing von 12 USD je Barrel zeigt.

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Das Thema Iran-Sanktionen dürfte einem stärkeren Preisrückgang entgegenstehen. Der Iran hat den Europäern ein Ultimatum von 60 Tagen gestellt, Garantien für den Bestand des Atomabkommens abzugeben. Der US-Botschafter in Deutschland, Grenell, erhöhte derweil den Druck auf die westlichen Verbündeten, sich den Sanktionen anzuschließen, um den Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Der als Hardliner bekannte Nationale Sicherheitsberater Bolton deutete an, dass europäische Unternehmen sanktioniert würden, die mit dem Iran Geschäfte machen. Die Unsicherheit darüber dürfte viele Unternehmen vorsichtig werden lassen, neue Lieferkontrakte mit dem Iran abzuschließen, was in den kommenden Monaten einige hunderttausend Barrel pro Tag weniger Ölangebot für den ohnehin schon unterversorgten Markt bedeuten würde. Ein vollständiges Ölembargo der EU gegen den Iran wie zwischen 2012 und 2015 dürfte es vorerst freilich nicht geben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8 
CE9J22  Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8 
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8 
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8 

Edelmetalle: Der Goldpreis steigt am Morgen auf gut 1.320 USD je Feinunze und setzt damit seine Mitte letzter Woche begonnene Erholung fort. Wichtigster Treiber ist der in den letzten Tagen zur Schwäche neigende US-Dollar. Unsere Währungsstrategen sehen dahinter in erster Linie USD-Schwäche und nicht EUR-Stärke, was auch mit den angedrohten US-Sanktionen gegen europäische Unternehmen zu tun haben könnte (siehe Energie oben). Denn dadurch wird der Handel mit USD für viele Marktteilnehmer risikobehaftet, was die USD-Nachfrage beeinträchtigen könnte.

Heute beginnt in London die Platinum Week, das alljährliche Branchentreffen bei Platinmetallen. Im Rahmen dessen gab der World Platinum Investment Council heute seine neuen Prognosen zu Angebot und Nachfrage bei Platin bekannt. Der WPIC geht für 2018 von einem globalen Angebotsüberschuss von 180 Tsd. Unzen aus. Gegenüber dem Vorjahr reduziert sich der Überschuss damit um 43 %. Vor zwei Monaten hatte der WPIC einen deutlich geringeren Überschuss von 25 Tsd. Unzen prognostiziert. Das auf Edelmetalle spezialisierte Researchunternehmen Metals Focus rechnet für 2018 mit einem geringeren Angebotsüberschuss bei Platin von 40 Tsd. Unzen (2017: 69 Tsd. Unzen). Der globale Palladiummarkt soll dagegen ein beträchtliches Defizit von 1,239 Mio. Unzen aufweisen. Das wären nochmals deutlich mehr als im letzten Jahr (-828 Tsd. Unzen). Diese Zahlen dürften bereits hinreichend in den Preisen für Platin und Palladium eskomptiert sein.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6 
CD5B34  Faktor Short Gold-Future Faktor: -6 

Industriemetalle: Die Befürchtungen massiver Engpässe am Aluminiummarkt in Folge der US-Sanktionen gegen Rusal haben sich zuletzt gelegt. Letzte Woche ist der LME-Aluminiumpreis bereits um fast 3 % gefallen. Auch heute zeigt sich Aluminium in einem freundlichen Marktumfeld eher schwach, obgleich die LME den temporären Halt für Einlieferungen des Rusal-Aluminiums vorerst beibehalten hat. Diese Restriktionen wurden in Folge der US-Sanktionen vom 6. April eingeführt. Das OFAC des US-Finanzministeriums hat aber Ende April eine sog. Generallizenz 14 herausgegeben, wonach die Frist für die strikte Einführung der Sanktionen vom 6. Juni auf den 23. Oktober verschoben wurde. Damit können Unternehmen weiterhin das Material, das vor der erstmaligen Einführung der Sanktionen am 6. April kontraktiert wurde, ungeachtet der Sanktionen von Rusal beziehen und handeln. Deshalb haben Glencore und Rusal die LME gebeten, die Regeln für Rusal-Aluminium wieder zu lockern. Denn die beiden Unternehmen haben bereits Ende 2011 ein Abkommen über die Lieferungen von insgesamt rund 14,5 Mio. Tonnen Aluminium geschlossen, das noch bis Ende dieses Jahres gilt. Wie stellt man aber sicher, dass das gehandelte Material tatsächlich der OFAC-Lizenz entspricht? Solange das Prüfungsprozedere nicht sichergestellt wird, will die LME wohl kein Risiko eingehen. Der Markt sieht aber offensichtlich gute Chancen für eine Lockerung und sieht die Versorgungslage auch wegen reichlicher Verfügbarkeit in China und hoher Exporte aus China deutlich entspannter.

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