Schon seit Beginn der akuten Griechenlandkrise habe ich hier die These vertreten, dass jedes einzelne Land der Euro-Zone einen "Backup-Plan" hat. Einen Plan für den Fall X, den Zusammenbruch der Euro-Zone, den man nunmal nicht ausschließen kann. In einem SPIEGEL-Interview äußerte Finanzminister Schäuble erst kürzlich, dass die Regierung keine gute wäre, würde sie sich nicht auf jeden erdenklichen Ernstfall vorbereiten - so unwahrscheinlich er auch sein möge. Es scheint logisch, dass er damit auch eine Rückker zu nationalen Währungen meinte - so abwegig das auch im Moment klingen mag.

In letzter Zeit häufen sich die Gerüchte, die in diese Richtung gehen. Ich möchte Sie exemplarisch auf diesen Artikel verweisen. Er ist hochinteressant, enthält aber etliche argumentatorische Schwächen.

Tatsächlich könnte es aber sein, dass es gerade deutsche Kreise sind, die diese Gerüchte streuen. Warum? Um die anderen Länder auf Linie zu trimmen. Um der "Alternativlosigkeit" eine Alternative aufzuzeigen. Um den anderen zu sagen: Es wäre für uns sicher hart - aber wie siehts mit Euch aus?

Dass Deutschland auf eigene Faust - ohne Absprache mindestens mit Frankreich und Italien - den Euroraum verlassen würde, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Nicht aus Angst vor einer Aufwertung der DM. Sondern aus Furcht vor den politischen Konsequenzen. Deutschland könnte dann der Buhmann Europas werden. Dieses Risiko geht diese Regierung nicht ein.

Viel wahrscheinlicher ist der Austritt mehrerer schwacher Länder. Ich persönlich wage die Prognose, dass es den Euro auch in fünf Jahren noch geben wird - allerdings mit weniger Teilnehmerländern.