DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE: *** Heraufziehendes Angebotsdefizit *** Höhepunkt der Japan-Krise vorüber *** starkes technisches Kaufsignal *** Hedgefonds eröffnen neue Long-Positionen *** Kursziel: Neues Allzeithoch ***

    Die Aussichten für den Palladiummarkt sind glänzend. „Die mittelfristige Signallage sieht wieder exzellent aus. Palladium gefällt mir mittelfristig besser als Gold und Silber“, schreibt etwa Harald Weygand, Head of Trading bei Godmode-Trader.de in einer Analyse. Wenn Ihnen Gold und Silber gefallen, dann sollten sie auf jeden Fall auch einen Blick auf Palladium werfen. Warum Palladium so stark ist habe ich mir in diesem Artikel näher angesehen.

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    Japan-Schock ist überstanden

    Japan hat den Palladiummarkt im zweiten Quartal belastet. Besonders in den vergangenen beiden Monaten wirkte sich die Unterbrechung der Lieferkette in der Auto- und Elektronikindustrie belastend auf die Palladiumnachfrage aus. Fabriken in Japan waren einfach geschlossen und konnten ihrer Arbeit nicht wie geplant nachgehen – und wegen der Just-in-Time-Produktion konnten wichtige Bauteile nicht geliefert werden, was anderenorts, etwa in China oder Korea, zu Produktionsunterbrechungen führte. Doch die Japan-Probleme dürften ihren Höhepunkt erreicht haben und damit auch die negativen Auswirkungen auf die Palladiumnachfrage.

    Die Lieferungen laufen wieder an, der Schock ist überwunden. Der Palladiumpreis profitiert außerdem vom starken Goldkurs. Nach einer monatelangen Seitwärtsbewegung springen die Palladiumkurse wieder an. Zu einem neuen 10-Jahreshoch fehlen jetzt nur noch etwas mehr als 2%.

    Zu wenig Palladium im Jahr 2012

    Analysten der BNP Paribas rechnen damit, dass es im Jahr 2012 zu wenig Palladium auf dem Weltmarkt geben wird, nachdem die Bilanz zwischen Angebot und Nachfrage in diesem Jahr noch ausgeglichen war. Der Grund für das mangelnde Angebot sind vor allem die strategischen russischen Palladiumvorräte. Moskau baute während der Finanzkrise große Bestände auf – um den Preis zu stützen und Unternehmen zu helfen. Analysten der BNP Paribas schätzen, dass Russland in diesem Jahr 550.000 Unzen und im Jahr 2012 350.000 Unzen am Markt verkaufen wird. „Wir rechnen damit, dass die russischen Palladiumvorräte in den nächsten beiden Jahren schrittweise fallen und dann fast aufgebraucht sein werden“, heißt es in einer Studie. Das Marktsaldo spannt sich bei Palladium also langsam wieder an. Die BNP schätzt, dass dem Markt im Jahr 2012 480.000 Unzen fehlen werden.

    Hedgefonds stocken Longs auf

    Investoren könnten dieses Defizit noch dramatischer ausfallen lassen. Denn sie kaufen besonders große Mengen, wenn die Preise weiter steigen. Investoren haben Palladium als Top-Performer der vergangenen zwei Jahre im Auge. Von Dezember 2008 bis Februar 2010 stieg der Preis von Palladium von 160 Dollar pro Unze auf 862 Dollar – ein Sprung um 425%. Kein anderes Edelmetall hat sich derart stark entwickelt. Seit Erreichen dieses Zehnjahreshochs bewegen sich die Preise seitwärts, während Anleger Gewinne mitnehmen. Die Hinterlegungen in Palladium-ETFs sind seit Jahresbeginn um 2,8 Tonnen gefallen, wovon 2,6 Tonnen alleine im zweiten Quartal entnommen wurden. Auch an der Warenterminbörse COMEX lässt sich das nachlassende Interesse von nicht-kommerziellen Marktteilnehmern feststellen, zu denen Hedgefonds und andere Spekulanten zählen. Die Netto-Long-Position dieser Marktteilnehmergruppe fiel auf 8.308 Kontrakte im Mai und erholte sich bis auf 13.730 Kontrakte Mitte Juni, um dann erneut leicht abzunehmen (siehe blaue Linie, Grafik 1).

    Spekulanten bauen Palladium-Long-Positionen im zweiten Quartal ab (blaue Linie)

    Seit Ende Juni steigt das Interesse spekulativer Marktteilnehmern an der COMEX für den Palladiummarkt wieder an. Hedgefonds bauten ihre Long-Positionen seither um 2.738 Kontrakte aus – das entspricht einem Anstieg um rund 7,7 Tonnen und stellt den höchsten Wert dar seit Anfang März – der Zeit vor der Naturkatastrophe in Japan.

    Charttechnik: Ampeln gehen auf hellgrün

    Aus Sicht der technischen Analyse stehen alle Ampeln auf Grün. Seit November 2010 korrigiert Palladium zwischen 680 und 860 Dollar. Diese Korrektur spielte sich in einem großen symmetrischen Dreieck ab. Ein solches Korrekturmuster ist kein Trendwendemuster, sondern ein Trendfortsetzungsmuster. Die Korrektur ist nun beendet. Palladium konnte den alles entscheidenden Widerstand bei 800 Dollar pro Unze überschreiten und generiert damit ein mittel- bis langfristiges Kaufsignal bis 1160 Dollar. Das bedeutet: Wir rechnen bei Godmode-Trader.de damit, dass Palladium auf ein neues Allzeithoch ansteigen kann. Das bisherige Hoch erreichte Palladium im Januar 2001 bei 1070 Dollar pro Unze.

    Preisverlauf Palladium seit 2000. Mittel- bis langfristig erwarten wir ein neues Allzeithoch bei 1160 Dollar.

    So können Sie diese Trading-Idee umsetzen

    Welches Produkt eignet sich für die Umsetzung dieser Trading-Idee? Wir sehen ein Open-End-Hebelzertifikat, das seinen Knockout-Level unter dem Konsolidierungstief der vergangenen Monate hat, als das geeignete Instrument an, um an der erwarteten Rally zu profitieren. Dieses Zertifikat wird nur noch mit einem geringen Restwert zurückbezahlt werden, wenn der Knockout-Level erreicht würde. Somit sollte genau die Summe in diesem Hebelzertifikat veranlagt werden, die auch mit dem gesamten Trade riskiert werden soll. Das Konsolidierungstief liegt bei 687 Dollar pro Unze. Es ist empfehlenswert, etwas Abstand zu diesem Tief zuzulassen. Wir nehmen daher 670 Dollar als den relevanten Stopp-Loss. Im Folgenden ein Überblick von geeigneten Hebelzertifikaten von verschiedenen Emittenten:

    WKN

    Emittent

    Basispreis

    Knockout

    Laufzeit

    Bezugsverhältnis

    Hebel (27.7.11)

    DE5P0K

    Deutsche Bank

    667,372

    667,372

    Open end

    0,1

    4,84

    MQ1H81

    Macquarie

    667,524

    667,524

    Open end

    0,1

    4,84

    BN70GR

    BNP Paribas

    665,037

    665,037

    Open end

    0,1

    4,66

    VT1MNP

    Vontobel

    659,000

    659,000

    Open end

    0,1

    4,61

    DZ277D

    DZ Bank

    650,074

    653,072

    Open End

    0,1

    4,39

    Zum Trading-Szenario passende Long-Hebelzertifikate

    Alle Zertifikate in der Tabelle haben einen auf dem Basispreis liegenden Knockoutlevel. Sie werden also mit einem Aufpreis zum Verkauf angeboten. Dieser Aufpreis ist dann sichtbar, wenn das Zertifikat kurz vor dem Knockout steht und sollte verkauft werden, bevor dieser Aufpreis durch Erreichen des Knockout verloren geht. Diesen Aufpreis eskomptiert der Emittent, um sich selbst vor einem volatilen Marktgeschehen zu schützen. Eine Alternative stellt das von der DZ Bank angebotene Hebelzertifikat dar. Es hat einen eingebauten Stopp Loss, da die Knockoutschwelle über dem Basispreis liegt. Hier wird das Zertifikat mit einem Restwert zurückbezahlt, wodurch ein Verkauf vor dem Stopp Loss nicht nötig ist.

    Autor: Jochen Stanzl, Chefredakteur Rohstoff-Report

    Der Rohstoff-Report ist eine Publikation der BörseGo AG