Der Rand reagierte in den vergangenen Wochen zum einen sensitiv auf US-Konjunkturdaten, die einen Hinweis auf die Dynamik der Weltwirtschaft 2007 zuließen. Zum anderen erhöhten Stimmungsschwankungen und Spekulationen über die Rohstoffpreise 2007 an den Märkten die Volatilität. Zusätzlich wurde temporär spürbarer Druck auf den Rand durch Stellungnahmen seitens der Notenbank über die Risiken im Zuge der Wechselkurs- und Leistungsbilanzentwicklungen ausgeübt. Wir erwarten nicht, dass sich dieser Mix an Belastungsfaktoren in Kürze deutlich verringern wird. Der Rand weist daher vermutlich bis zum Jahresende nur ein geringes Aufwärtspotenzial auf. Aktuell erscheint ein angemessenes Niveau für eine Stabilisierung des Rand geg. US Dollar bei rund 7,5 zu liegen. Nur wenn sich der Rand tatsächlich stabilisiert kann die Notenbank nach einem weiteren Schritt um vermutlich 50 Basispunkte auf 9,0% in eine abwartende Haltung übergehen, da der inflationäre Schub des schwächeren Rand vermutlich ausreichend gebremst wäre. Neben der Währung bleibt vor allem das Leistungsbilanzdefizit im Fokus der Notenbank. Gerade im Hinblick auf das nächste Jahr erwarten wir jedoch, dass sich eine leichte Entspannung bei der Leistungsbilanzdentwicklung abzeichnet. Einerseits sollte die diesjährige monetäre Straffung ihre Wirkung entfalten, und andererseits ist aufgrund niedrigerer Einkommenszuwächse mit einem schwächeren Privaten Verbrauch zu rechen. Darüber hinaus dürfte die Importnachfrage durch den schwächeren Rand gedämpft werden. Die Exporte dürften davon hingegen profitieren, so dass der dämpfende Effekt einer schwächeren Nachfrage aus den USA und Euroraum zumindest teilweise kompensiert werden sollte.

Grundsätzlich unterstreicht die positive Marktreaktion nach der Erhöhung des Leitzinses um 50 Basispunkte auf 8,50% Mitte Oktober das Investorenvertrauen in die mittelfristige Perspektive Südafrikas. Die langfristige Perspektive wird vor allem durch die Regierungsinitiative zur Erhöhung des durchschnittlichen jährlichen Wachstums des realen BIP von 4,5% im Zeitraum 2004- 09 auf mindestens 6% im Zeitraum 2010-14. Das zentrale Ziel der Regierung ist es, die sehr hohe Arbeitslosenrate zu senken. Ausgabenseitig wird die Regierung daher in den kommenden Jahren verstärkt in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur investieren. Privatisierungen spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Regierung setzt vielmehr auf eine Modernisierung und Verschlankung, d.h. wahrscheinlich auch Teilprivatisierungen, von Staatsunternehmen. Der finanzpolitische Spielraum bleibt daher begrenzt, und wir gehen nicht davon aus, dass die stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik geändert wird.

Alles in allem folgt daraus, dass bei Investmententscheidungen auf Sicht von drei Monaten das Wechselkursniveau besonders beachtet werden sollte. Auf Jahressicht rechnen wir tendenziell mit einer Festigung des Rand, da wir zuversichtlich bezüglich der globalen Konjunkturdynamik 2007 sind.

Quelle: cominvest

Die cominvest Asset Management GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main wurde im Jahr 2002 durch Zusammenlegung der inländischen Asset Management-Aktivitäten der Commerzbank AG gegründet und ist seitdem eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank. Aktuell verwaltet sie 55 Milliarden Euro, wovon 44% auf Privatkunden und 56% auf institutionelle Investoren entfallen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf europäischen Aktien- und Rentenfonds.