1. Der SZ-Euroland-Indikator ist im August nochmals geringfügig von leicht nach oben revidierten 1,54 % auf jetzt 1,44 % gefallen. Dies ist zwar der elfte Rückgang des Indikators in Folge, doch es sieht stark danach aus, dass das Konjunkturbarometer seinen Umkehrpunkt erreicht hat. Die laufende Jahresveränderungsrate der Industrieproduktion in der Eurozone, die als Referenzreihe dient, ist ebenfalls weiter gesunken. Sie liegt mit ihrem letzten verfügbaren Wert vom Juni nun sogar nur noch bei 1,30 %.

2. Die anhaltende Mahnung des Indikators vor voreiligem Überschwang hat in den letzten Wochen durch die Kapriolen des Rohölpreises, den stärkeren Euro oder auch die negative Entwicklung der ifo-Geschäftslage eindrücklich ihre Berechtigung gefunden. Zu wenig Impulse gingen von den Frühjahrsaufträgen der Eurozone bislang für die Industrieproduktion aus. Doch die Auftragseingangszahlen waren am aktuellen Rand überraschend gut, sodass ein neuer Aufschwung wahrscheinlicher geworden ist: Im Juni ist der Auftragseingang Eurolands um 3,1 % im Vergleich zum Vormonat gestiegen (4,9 % yoy), als Vorbote für den Folgewert ergaben die deutschen Orderbücher für Juli zum dritten Mal hintereinander ein ähnlich großes Plus in Höhe von 3,7 % mom. Damit stehen bei freundlichen Aktienmärkten, gut gelaunten Unternehmen und stabilen Einkaufsmanagerindizes die Chancen gut, dass nach den Wahlen nicht nur die Politik, sondern auch der Aufschwung einen Neuanfang macht.

3. Angemerkt sei abschließend, dass die EU-Kommission für August noch keinen Wert für das „Vertrauen in der Industrie“ veröffentlicht hat. Dieser wird zusammen mit der anstehenden Septemberzahl nachgereicht. Wir haben deshalb den letzten verfügbaren Wert dieses Eurozonen-Indikators auch für den aktuellen Rand verwendet. Insofern besteht für den SZ-Euroland-Indikator für September ein gewisses Risiko der Abwärtsrevision. Denn sowohl der deutsche ifo-Index als auch das belgische Unternehmervertrauen – als grobe Richtschnur für die Entwicklung des „Vertrauens in der Industrie“ – hatten sich zuletzt leicht eingetrübt.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.