1. Der SZ-Euroland-Indikator hat sich zum neunten Mal in Folge zurückgebildet und weist im laufenden Monat mit 1,82 Prozent einen spürbar niedrigeren Wert als noch im Juni aus, in dem er auf leicht nach oben revidierte 2,10 Prozent kam. Er befindet sich damit nun sogar erstmals wieder unter dem letzten verfügbaren Wert der ebenfalls rückläufigen Referenzreihe: Denn die laufende Jahresveränderungsrate der Industrieproduktion lag in der Eurozone im April mit 1,86 Prozent leicht höher.

2. Es mehren sich nun allerdings auch Anzeichen dafür, dass die Talsohle der konjunkturellen Eintrübung demnächst erreicht sein könnte. Zuletzt verbesserten sich nämlich bedeutende Stimmungsindikatoren Eurolands wie das ifo-Geschäftsklima, sein französisches Pendant des Statistikamtes INSEE oder auch das belgische Unternehmensvertrauen. Zudem entwickelt sich der Euro weiterhin exportfreundlich, und in Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Euroraumes, nähren mögliche Neuwahlen Hoffungen.

3. Ein Blick auf die Teilreihen des SZ-Euroland-Indikators verrät zwar weiteres Rückschlagspotenzial, lässt aber auch vermuten, dass das Konjunkturbarometer etwa im Oktober tatsächlich wieder nach oben zeigen könnte, sofern der Rohölpreis keinen Strich durch die Rechnung macht. Denn einzig die bis an den aktuellen Rand gesunkene Zinsdifferenz wird mit Sicherheit noch lange den Indikator belasten. Für steigende Werte des SZ-Euroland-Indikators könnte hingegen vor allem der MSCI-Aktienmarktindex sorgen, wenngleich er im nächsten Monat zwischenzeitlich einen negativen Wachstumsbeitrag leisten wird. Die Auftragseingänge Eurolands, der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sowie das „Vertrauen in der Industrie“ sehen mindestens stabil aus, wobei die letzten beiden Teilreihen sich überdies am aktuellen Rand wieder nach oben entwickelt haben. Ergo: Der August wird nochmals schwach, ab September sollte das Licht am Ende des Tunnels deutlicher erkennbar sein.

Quelle: DekaBank

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