„Die Geldpolitik der Notenbanken kommt unter Druck. Die Zentralbanken haben zur Kenntnis genommen, dass dieser Druck länger anhalten könnte als ursprünglich erwartet. Dies führt zu einer Intensivierung der Diskussionen über das Tapering. Wir glauben allerdings nicht, dass dieses zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein ernsthaftes Problem für die Aktienmärkte darstellt. Denn die möglichen Anpassungen werden schrittweise erfolgen und sind von den Märkten antizipiert.

Zwar hat die Volatilität in den vergangenen Wochen zugenommen. Ein dauerhafter Rückschlag ist jedoch nicht zu erwarten. Denn trotz einer gewissen Verlangsamung bleibt das Wirtschaftswachstum insgesamt intakt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Impfkampagnen in den Industrieländern Fortschritte machen und weitere harte Maßnahmen vermeiden dürften. Die Bewertungen sind vielfach hoch, sollten bei anhaltendem Wachstum aber günstiger werden. Die Gewinnschätzungen für 2021 und 2022 werden derzeit jedenfalls ständig nach oben korrigiert.

Wir glauben an ein weiterhin positives Umfeld für Aktien. Das starke Gewinnwachstum dürfte die Märkte weiter nach oben treiben, da sich die Erträge und Margen weltweit verbessern. Vor diesem Hintergrund behalten wir unsere bullische Tendenz, reduzieren allerdings leicht unsere Übergewichtung von Aktien, wobei wir weiterhin zyklische Werte bevorzugen. Anhaltendes Wachstum und interessante Bewertungen dürften vor allem Werte aus den Sektoren Finanzen und Energie begünstigen. Ein Teil der Growth-Titel weist ebenfalls eine hohe Ertragsbeständigkeit auf und kann zur Diversifizierung im Portfolio beitragen. Zudem behalten wir den chinesischen Markt im Auge. Dort haben die regulatorischen Maßnahmen und die Evergrande-Krise den Markt belastet, und könnten nun zu attraktiven Einstiegsgelegenheiten führen.“