• Twitter Inc. - Kürzel: TWR - ISIN: US90184L1026
    Börse: NYSE / Kursstand: 31,910 $
  • Facebook Inc. - Kürzel: FB2A - ISIN: US30303M1027
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 171,650 $
  • Apple Inc. - Kürzel: APC - ISIN: US0378331005
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 201,500 $

Paderborn (GodmodeTrader.de) - Die Berichtssaison in den USA ist in vollem Gange. Twitter und Facebook haben phasenweise um rund 20 Prozent nachgegeben. Dagegen hat Apple die Erwartungen mehr als erfüllt und kratzt an der Billionen-Marke. Nachhaltiges Wachstum oder eine Tech-Blase kurz vor dem Platzen? Und was ist für den US-Aktienmarkt generell zu erwarten? Diesen Fragen geht André Schettler, Portfoliomanager im Asset Management der BKC (Bank für Kirche und Caritas), in einem aktuellen Marktkommentar nach.

Weder Twitter noch Facebook hätten Verluste oder Umsatzrückgänge veröffentlicht und seien dennoch abgestraft worden. Analysten und Anleger überböten sich mit immer höheren Kurszielen und bauten damit einen enormen Erfolgsdruck auf. So liege laut Bloomberg das geschätzte durchschnittliche Umsatzwachstum von Amazon, Facebook, Google und Netflix im Jahr 2019 bei 22,7 Prozent, das Gewinnwachstum sogar bei 36,2 Prozent. Kein Unternehmen könne dauerhaft so deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft wachsen, heißt es weiter.

„Allerdings kann man kann nicht alle Tech-Unternehmen über einen Kamm scheren. Ihre unterschiedlichen Strategien und Geschäftsmodelle führen zu sehr unterschiedlichen Geschäftsergebnissen: Wie jetzt Apple hat vor kurzem auch Google eine gute Performance hingelegt und ein neues Rekordhoch erreicht. Dennoch bin ich mir sicher: Wann die Tech-Blase platzt ist ungewiss, aber dass sie platzt, ist sehr wahrscheinlich“, so Schettler.

Fakt sei, dass uns eher am Ende als am Anfang oder der Mitte eines Wirtschaftszyklus befänden. Die meisten guten Nachrichten seien bereits eingepreist. Es bedürfe weiterer, derzeit nicht absehbarer Erfolgsmeldungen, um das Gewinnwachstum in diesem Tempo beizubehalten. Schon kleinste Störungen im System könnten einen Bärenmarkt auslösen, beispielsweise der Handelsstreit der USA mit China oder unerwartete Entwicklungen bei der Geldpolitik. Darüber hinaus seien US-Staatsanleihen mit einer Rendite von ca. drei Prozent für viele Anleger wieder eine echte Alternative zu Aktien, heißt es weiter.

„In einer solchen Situation werden Gewinnmitnahmen sicherlich zuerst oder am stärksten bei den Aktien stattfinden, die in der Vergangenheit die größten Zuwächse erreicht haben und bei denen die Bewertung stark von weiterhin positiver Wirtschaftsleistung abhängig ist. Andererseits könnte sich der US-Markt bei einem globalen Abschwung auch als Hort der Sicherheit entpuppen, vor allem wenn der Auslöser eine erneute Eurokrise oder europäische Staatsschuldenkrise wäre oder aus den Emerging Markets stammt. Dann wären Werte in US-Dollar sicherlich ein gefragtes Investment“, so Schettler.