• Amazon.com Inc. - Kürzel: AMZ - ISIN: US0231351067
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 1.515,850 $
  • salesforce.com Inc. - Kürzel: FOO - ISIN: US79466L3024
    Börse: NYSE / Kursstand: 123,590 $

Zürich (GodmodeTrader.de) - Technologie-Aktien haben während der jüngsten Marktturbulenzen schwere Verluste hinnehmen müssen. Vor allem Titel aus üblicherweise ertragreichen Bereichen des Technologiesektors wurden verkauft: China / Internet wegen der Handelskriege, Hersteller von Speichermedien und -chips wegen des befürchteten Konjunkturabschwungs und Large Caps aufgrund der überkauften Situation, wie Mark Hawtin, Investment Director bei GAM Investments, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Doch die Art und Weise, wie sich die Aktien führender Technologieunternehmen vom Abschwung der Jahre 2007 und 2008 erholt hätten, stimme zuversichtlich: „Wir glauben, dass die Entwicklung disruptiver Technologien noch nie so stark war und noch nie so zugelegt hat wie heute. Unserer Ansicht nach könnte der Zeitpunkt günstig sein, einige attraktiv bewertete Aktien einzusammeln“, so Hawtin.

Hawtin ermutigt Investoren dazu, das Marktverhalten der letzten großen Korrektur während der globalen Finanzkrise von 2008 und 2009 genau zu analysieren, um aus den Erkenntnissen abzuleiten, wie es sich dieses Mal entwickeln könnte. Die Entwicklung damals führender Technologietitel wie Salesforce und Amazon in den Jahren 2007 und 2008 könnte Aufschluss geben, heißt es.

Salesforce sei zu jener Zeit das einzige Unternehmen für Software as a Service (SaaS) gewesen. Die Umsatzprognosen für das Jahr 2009 seien während der schweren wirtschaftlichen Turbulenzen um zehn Prozent nach unten korrigiert worden. Die Aktien hätten Ende 2008 noch vor dem Markt die Talsohle erreicht und sich anschließend kräftig erholt. „Der Kurs der Aktie hat sich von seinem Tiefststand 2008 bis Ende Oktober 2018 vervierundzwanzigfacht. Der Markt hatte fälschlicherweise angenommen, der Konjunkturabschwung würde alle Unternehmen in gleichem Maße treffen, und strafte ein Unternehmen ab, das vom Abschwung letztlich relativ unberührt blieb“, erläutert Hawtin.

Amazon sei ein weiteres Unternehmen mit einer ausreichend langen Historie, um als Vergleichswert zu dienen. Der Aktienkurs des Unternehmens sei während der Krise um 60 Prozent gesunken; gleichzeitig habe Amazon die Umsatzprognosen für das Jahr 2009 von 25 Milliarden US-Dollar auf den Tiefstwert von 21,5 Milliarden US-Dollar korrigiert (Prognose vom Januar 2009). Ende des Jahres 2009 habe sich der realisierte Umsatz wieder auf 24 Milliarden US-Dollar erholt. „Das bedeutet: Das Unternehmen ist weiterhin zügig gewachsen und die Finanzkrise hat den Umsatz um gerade einmal vier Prozent im Vergleich zu den Schätzungen aus der Zeit vor der Krise geschmälert. Die Aktien erreichten den Tiefststand Ende 2008, ganze fünf Monate früher als der Markt. Der Kurs hat sich bis Ende Oktober 2018 vervierunddreißigfacht“, so Hawtin.

Der Experte ist sich sicher: Es wird immer starke Unternehmen geben, die in der Lage sind, einen großen Markt für ihre Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. „Anleger sollten eine Verkaufswelle am breiteren Markt, die zu hohen Kursverlusten für Technologieaktien führen, als attraktive Möglichkeit ansehen, ein größeres Stück vom Kuchen abzubekommen“, so Hawtin.

So biete der jüngste Abschwung die Chance, interessante Titel zu attraktiven Kursen zu kaufen, da die Korrektur sehr viel breiter ausgefallen sei als die Anfang dieses Jahres: Laut einem aktuellen Bericht von Citi hätten im Februar 2018 im S&P-Index für den Technologiesektor nur acht Prozent der Titel um mehr als 20 Prozent nachgegeben, während bei der Verkaufswelle im Oktober fast 40 Prozent der Aktien mehr als 20 Prozent verloren hätten, heißt es weiter.

„In der Liste der Titel, die wir im Visier haben, haben Aktien Kursverluste von bis zu 61 Prozent erlitten. In diese Titel investieren wir nun allmählich wieder.“, erklärt Hawtin. Es werde zwar nie einfach sein, den absoluten Tiefststand eines Aktienkurses abzupassen, der Experte ist aber der Meinung, dass die Märkte bereits so stark gesunken sind, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis nun günstiger ist. „Anstatt zu entscheiden, ob dies nun das Ende für Technologiewerte oder der Tiefststand sein könnte, betrachten wir lieber die Fakten aus den Jahren 2007 bis 2009 und sehen diesen Rückgang als Kaufgelegenheit“, schließt Hawtin.