• Tesla Inc. - Kürzel: TL0 - ISIN: US88160R1014
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 353,400 $

Hannover (Godmode-Trader.de) - Elon Musk überraschte die Öffentlichkeit diese Woche mit einer ungewöhnlichen Marketing-Maßnahme. Er teilte in einem „Tweet“ mit, dass er „erwäge Tesla für 420 Dollar“ zu privatisieren. In Folge der damit verbundenen Unklarheiten und Kursreaktionen wurde der Handel mit der Tesla-Aktie vorübergehend ausgesetzt. Die Finanzierung des vermeintlichen Aktienrückkaufs soll angeblich gesichert sein, Konkretes hierzu wurde allerdings nicht mitgeteilt.

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Mit den Halbjahreszahlen, die Anfang August veröffentlicht wurden, hatte Tesla noch neue Rekordverluste erlitten. So nahm beispielsweise der operative Verlust des Konzerns um 144,4 Prozent auf -1,218 Mrd. US-Dollar zu. Während der Absatz des Model 3 stark gestiegen war, gingen die Verkaufszahlen der Modelle X und S allerdings zurück.

Der Wahrheitsgehalt des jüngsten Musk-Tweets ist aus Sicht von NordLB-Analyst Frank Schwope kaum einzuschätzen. Er erinnere jedoch stark an den Aprilscherz von Musk, in dem er die Pleite von Tesla verkündet habe.

Tesla erzielte im Halbjahr neue Negativ-Rekorde bei den Verlustgrößen, so Schwope. Von ursprünglich geplanten 500.000 Autos im Jahr 2018 dürfte Tesla seines Erachtens lediglich 250.000 bis 300.000 Einheiten schaffen. Zudem müsse der Konzern erst noch beweisen, dass er mit dem Model 3 auch tatsächlich Geld verdienen könne, und dass das Fahrzeug qualitativ hochwertig sei. Medienberichte, dass Tesla Zahlungen an Lieferanten zum Teil zurückgefordert habe, passten in das gegenwärtige Bild: Bei Tesla dürfte das Geld in den nächsten Monaten knapper werden, so dass die Zufuhr von frischem Geld spätestens im nächsten Jahr nicht überraschen sollte. „Vielleicht sollte Elon Musk die „sichere Finanzierung“ statt in den Aktienkauf besser als Investitionsmittel in das Unternehmen umleiten“, empfahl Schwope.

Seiner Einschätzung nach gibt es im Unternehmen zu viele Probleme und Unklarheiten, u.a.:

  • Kritik des „Consumer Report“ am Bremsweg des Model 3
  • Profitabilität des Model 3
  • Rückgang der Produktion der Modelle X und S
  • Elon Musk Umgang mit seriösen Fragen im Rahmen einer Telefon-Konferenz
  • Das voraussichtliche verfehlen der ursprünglichen Produktionsziele für 2018
  • Relativ häufige Veränderungen im Management.

Denkbar ist, so Schwope weiter, dass der Tweet auch noch Ermittlungen der Börsenaufsicht nach sich zieht. Es wäre besser, wenn Elon Musk im dritten Quartal mit schwarzen Zahlen überzeugen könnte, statt Marketing-Tweets abzusetzen. Bis dahin betrachte er die jüngsten Kursgewinne als Ausstiegsgelegenheit für Zweifler an Musks Zielen.