• Trump empfängt Erdogan im Weißen Haus
  • Trump schweigt zu Autozöllen
  • Bolivien: Senatorin Añez neue Interimspräsidentin
  • Nordex schreibt massiv Verluste
  • Tesla will Europa-Fabrik bei Berlin hochziehen

DAX

  • Die Unsicherheit an den Aktienmäkten ist zurück. Am Vortag erzielte der DAX bei 13.008 Zählern noch ein neues Jahreshoch, nun befindet sich der Index aber wieder auf dem Rückzug. Für die neue Lähmung sorgte eine Rede von US-Präsident Trump, der am Dienstagabend einerseits zwar von einer baldigen Unterzeichnung eines Handelsdeals mit China sprach, andererseits aber mit neuen Zöllen drohte, falls es zu keiner Einigung komme. Zudem hat sich Trump nicht wie von vielen Marktakteuren erhofft zu einer möglichen Verschiebung von Strafzöllen auf Autoimporte aus Europa geäußert. Stattdessen verwies er darauf, dass die Handelsgespräche mit der EU wesentlich komplexer sein könnten als mit China. Eigentlich sollte am 14. November entschieden werden, ob die Zölle auf Autoimporte aus Europa erhöht werden. An den asiatischen Märkten hatten am Morgen die Indizes klar schwächer geschlossen. In der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong wächst die Sorge, dass die Regierung in Peking die Proteste gewaltsam niederschlägt. Eine Furcht die auf die Finanzmärkte der ganzen Region ausstrahlt. Zur Wochenmitte richtet sich die Aufmerksamkeit darüber hinaus auf Inflationsdaten. In den USA zog die Inflation im Oktober unerwartet an. Preisdaten aus Deutschland und Großbritannien belegten eine anhaltend schwache Teuerung. US-Notenbankpräsident Jerome Powell hat unterdessen in einer Anhörung vor dem US-Kongress signalisiert, dass die Fed an ihrer abwartenden Haltung in der Geldpolitik festhalten will.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • DF Deutsche Forfait hat in den ersten neun Monaten auf Basis vorläufiger Zahlen ein Konzernergebnis von 2,1 Millionen Euro nach einem Verlust von 1,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erzielt. Das Geschäftsvolumen erhöhte sich von 44 Millionen Euro auf 132 Millionen Euro. Im Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr rechnet das Management nun mit einem Konzernergebnis von mehr als 3 Millionen Euro. Bisher wurden mehr als 2 Millionen Euro erwartet.
  • Die Volkswagen-Tochter Audi streicht die Nachtschicht in ihrem Werk in Neckarsulm. "Das Marktumfeld macht eine Anpassung der geplanten Fahrweise in der A6/A7-Fertigung notwendig", sagte ein Sprecher des Unternehmens.
  • Nike will seine Produkte nicht mehr über den Online-Händler Amazon anbieten. Der US-Sportartikelriese teilte mit, man werde sich auf sein eigenes Direktgeschäft konzentrieren. Bei Nike-Managern sei die Unzufriedenheit darüber gewachsen, dass immer noch nicht autorisierte Händler Nike-Ware über Amazon angeboten hätten, so Dow Jones Newswires.
  • Der US-Pharmakonzern Merck & Co übernimmt Calporta Therapeutics für bis zu 576 Mio. Dollar, wie die Calporta-Muttergesellschaft COI Pharmaceuticals mitteilte. Die Vereinbarung sieht eine Einmalzahlung vor, hinzu kommen in Abhängigkeit vom Erreichen bestimmter Meilensteine weitere Zahlungen.
  • Boeing liegt mit den Auslieferungen von Großraumflugzeugen weiterhin hinter seinen Planungen zurück. Im vergangenen Monat übergab der Hersteller zwölf seiner 787 Dreamliner in Kundenhand, nachdem die monatliche Produktion auf 14 erhöht worden war. Seit Jahresanfang wurden damit 125 der Maschinen ausgeliefert.
  • Das Cannabisunternehmen Tilray hat am Dienstag seine Zahlen für das dritte Quartal vorgestellt. Pro Aktie wurde ein Verlust in Höhe von 0,36 Dollar vermeldet, nachdem im Vorquartal ein Verlust je Anteilsschein von 0,25 Dollar ausgewiesen worden war. Analysten hatten mit einem Verlust pro Aktie von 0,26 US-Dollar gerechnet.
  • Der Apple-Zulieferer Foxconn (Hon Hai Precision Industry Co) hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet und seine Profitabilität erhöht. Der Konzern steigerte den Nettogewinn um 23,3 Prozent auf 30,66 Mrd. neue Taiwan-Dollar (TWD).
  • Chesapeake Energy teilte mit, dass der Großaktionär NGP Energy Capital Management seine 310,8 Mio. Chesapeake-Aktien, die einer Beteiligung von 15,9 Prozent entsprechen, an die Partner der von NGP verwalteten Investmentfonds übertragen habe.
  • Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla hat den Bau einer Fabrik im Berliner Umland angekündigt. CEO Elon Musk sagte auf einer Veranstaltung in Berlin, das Werk solle in der Nähe des neuen Flughafens entstehen. Die "Gigafactory" solle zunächst den künftigen SUV Model Y sowie auch Batterien und Antriebe produzieren. Außerdem sei ein Ingenieurs- und Designzentrum geplant. Die Fabrik soll Ende 2021 in Betrieb gehen. Die Bundesregierung begrüßte die Pläne. Die Entscheidung zeige, dass auch ein Hersteller wie Tesla von der Innovationskraft und den Vorteilen des deutschen Standorts überzeugt sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Tesla kann beim Aufbau der Gigafactory bei Berlin mit Fördermitteln rechnen. „Jedes Unternehmen, dass sich hier ansiedelt oder hier erweitert, Arbeitsplätze schafft, neue Arbeitsplätze schafft, hat Anspruch auf diese Wirtschaftsförderung", sagte die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Tesla ist derzeit Marktführer bei reinen Elektroautos in Deutschland. Bis Ende Oktober wurden 9.301 E-Autos von Tesla neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) miteilte. Das entspricht einem Marktanteil von 17,6 Prozent. Auf Rang zwei folgt Renault mit 8.330 reinen Strom-KFZs vor BMW mit 7957.
  • Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat in den ersten neun Monaten wegen den branchenweit hohen Preisdrucks massiv Verluste geschrieben. Der Fehlbetrag unterm Strich erhöhte sich binnen Jahresfrist von 51,8 auf 76,5 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das operative Ergebnis sank um fast 16 Prozent auf 60,2 Mio. Euro. Auf der Erlösebene läuft es weiter rund: Nach neun Monaten beträgt der Umsatz rund 1,9 Mrd. Euro. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 8,1 Mrd. Euro, nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
  • Laut Finanzkreisen könnte der Investor 3G ein Angebot für die Fahrstuhl-Sparte von Thyssenkrupp machen. Der schweizerische Aufzug- und Rolltreppenhersteller Schindler hat dagegen abgewunken. Es gebe „mindestens fünf Gründe", die gegen einen Erwerb des Geschäfts sprächen, sagte der Schindler-CEO und Verwaltungsratsmitglied Alfred N. Schindler in einem Interview mit der Zeitschrift Finanz und Wirtschaft. An erster Stelle stünden dabei die drohenden Kartellrechtsstreitigkeiten, denn eine Fusion mit Thyssenkrupp Elevator würde „gigantische Schwierigkeiten" entlang der ganzen Wertschöpfungskette verursachen.
  • Der Spezialchemiekonzern Lanxess spürt die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie. Der operative Gewinn sank im dritten Quartal um 3,6 Prozent auf 267 Mio. Euro. Auch der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozent auf 1,78 Mrd. Euro. Dank des guten Geschäfts mit der Wasseraufbereitungstechnik und der Agrar- und Pharmawirkstoffe sieht sich der Konzern weiter auf Kurs zum Jahresgewinnziel. 2019 sollen es weiterhin ein Ebitda vor Sondereinflüssen von 1,0 bis 1,05 Mrd. Euro werden nach 1,02 Mrd. ein Jahr zuvor.
  • Der Autozulieferer Leoni hat unter den schwächeren Geschäften mit der Autobranche zu leiden. Dazu kommen Sanierungskosten, das hat dem Nürnberger SDAX-Unternehmen im vergangenen Quartal einen Nettoverlust von 88 Mio. Euro beschert, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Gewinn von 23 Mio. Euro erwirtschaftet worden war. Der Umsatz sank um 4,2 Prozent auf rund 1,16 Mrd. Euro, der Verlust vor Zinsen und Steuern bei 67 Mio. Euro nach einem operativen Gewinn von 38 Mio. vor Jahresfrist.
  • Das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen konnte in den ersten neun Monaten den operativen Gewinn (Funds from Operations 1, kurz FFO1) um knapp 13 Prozent auf 416 Mio. Euro steigern. Den Ausblick für 2019 bestätigte der Konzern. Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 165.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten, wovon ein Großteil in Berlin liegt.
  • Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wird für das laufende Jahr optimistischer und geht jetzt von einer deutlichen Steigerung des Konzernumsatzes aus. Bisher hatte der Vorstand lediglich einen leichten Anstieg erwartet. Grund sei vor allem die gute Entwicklung im Teilkonzern Hafenlogistik, teilte der Konzern mit.
  • Der Werbekonzern Ströer hat in den ersten neun Monaten bei einem Umsatzanstieg um sieben Prozent auf 1,113 Mrd. Euro einen Anstieg des bereinigten Konzernergebnisses um sechs Prozent auf 126 Mio. Euro erzielt. „Vor dem Hintergrund des starken Auftragseingangs für das vierte Quartal erwarten wir für das Gesamtjahr ein organisches Umsatzwachstum am oberen Ende der von uns kommunizierten Spanne von drei bis sieben Prozent“, zeigte sich Konzernchef Christian Schmalzl optimistisch.
  • Der Industriedienstleister Bilfinger will bereits im kommenden Jahr 30 Mio. Euro an Kosten einsparen. Neben der Verkleinerung des Vorstandes von vier auf drei Mitglieder sollen 40 Prozent der Stellen in der Zentrale wegfallen. Im dritten Quartal legte der Umsatz um fünf Prozent auf 1,101 Mrd. Euro zu. Das bereinigte Ebita stieg auf 34 Mio. Euro nach 22 Mio. vor Jahresfrist.
  • Der IT-Dienstleister Bechtle hat im dritten Quartal den Umsatz um 21,6 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro und das operative Ergebnis (Ebit) sogar um rund ein Viertel auf 58,4 Mio. Euro gesteigert. Firmenchef Thomas Olemotz sagte: „Vor dem Hintergrund der starken Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf gehen wir davon aus, auch 2019 ein Rekordjahr zu schreiben." Umsatz und Gewinn sollen demnach zweistellig zulegen.
  • Der Softwarekonzern SAP will die Rendite in den nächsten Jahren mit Einsparungen quer durch das Unternehmen steigern. Das sagte der neue Co-Chef Christian Klein am Dienstag auf einer Investorenkonferenz in New York.
  • Die CEWE Stiftung & Co. KGaA liegt aufgrund der robusten Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den ersten drei Quartalen auf Kurs, um die Unternehmensziele für 2019 zu erreichen: Der Gruppenumsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 8,9 Prozent auf 423,2 Mio. Euro. Das EBIT verbesserte sich um 73,2 Prozent auf -0,6 Mio. Euro. Der Gruppenumsatz soll 2019 auf 675 bis 710 Mio. Euro steigen, das Gruppen-EBIT soll im Korridor von 51 bis 58 Mio. Euro liegen und das Nachsteuerergebnis zwischen 35 und 39 Mio. Euro.

Konjunktur & Politik

  • Die US-Notenbank Fed will ihren geldpolitischen Kurs beibehalten, solange sich die Wirtschaft nicht deutlich eintrübt. Die aktuell abwartende Geldpolitik sei angemessen, solange die Wirtschaft auf Kurs bleibe, sagte Fed-Chef Jerome Powell bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress.
  • Die Inflationsrate in den USA lag im Oktober bei 1,8 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate 1,7 Prozent betragen. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent, während Analysten ein Plus von 0,3 Prozent erwartet hatten. Die Kerninflationsrat ging leicht von 2,4 auf 2,3 Prozent zurück.
  • Die Realeinkommen in den USA sind im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozent gesunken, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Das durchschnittliche Wocheneinkommen ging saison- und inflationsbereinigt auf 376,80 (September: 377,34) Dollar zurück.
  • Erstmals seit Beginn der Impeachment-Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump werden Zeugen am Mittwoch im US-Kongress öffentlich befragt. Der Geheimdienstausschuss im Repräsentantenhaus lud den geschäftsführenden US-Botschafter in der Ukraine, William Taylor, und den Diplomaten im US-Außenministerium, George Kent, vor. Die Demokraten streben ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump an. Sie werfen ihm vor, die ukrainische Regierung gedrängt zu haben, sich zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf einzumischen.
  • Die Industrieunternehmen aus der Eurozone haben ihre Produktion im September weiter erhöht. Nach Angaben von Eurostat stieg die Erzeugung im Monatsvergleich um 0,1 Prozent. Es war der zweite Anstieg in Folge. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Produktion im September allerdings um 1,7 Prozent zurück.
  • In Großbritannien lag die Inflationsrate im Oktober nach Angaben des Statistikamts ONS von Mittwoch bei 1,5 Prozent. Das ist die niedrigste Inflationsrate seit November 2016. Im Monatsvergleich gingen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent zurück.
  • Die Bundesregierung will offenbar die Mittel für die Raumfahrt kürzen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Demnach soll die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) rund 80 Mio. Euro weniger von Deutschland erhalten, nach rund 927 Mio. im Jahr 2019. Für rein deutsche Raumfahrtprogramme sollen hingegen gut 12 Mio. Euro mehr ausgegeben werden.
  • Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Oktober um 1,1 Prozent höher als Vergleichsmonat des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit schwächte sich die Inflationsrate erneut ab (September 2019: +1,2 %). Im Vergleich zum Vormonat September stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 0,1 Prozent.
  • Die Bundesregierung hat in den ersten zehn Monaten dieses Jahres Rüstungsexporten im Wert von 7,42 Mrd. Euro eine Ausfuhrgenehmigung erteilt. Das ist bereits per Ende Oktober fast so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2015, als Ausfuhren von Waffen und anderen Rüstungsgütern für 7,86 Mrd. Euro erlaubt wurden. Die neuen Zahlen gehen aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
  • US-Präsident Donald Trump hat sich in einer Rede vor dem Economic Club of New York zuversichtlich zu den Handelsgesprächen mit China geäußert. Ein Vertrag könne bald abgeschlossen werden, allerdings werde er nur zustimmen, wenn dieser gut für die USA sei. Und auch einen konkreten Zeitplan für einen Abschluss nannte er nicht. Zu einer möglichen Verschiebung von Strafzöllen auf Autoimporte aus Europa äußerte sich Trump auch nicht, er betonte aber seine kritische Haltung gegenüber der Handelspolitik der EU. Eigentlich sollte am 14. November entschieden werden, ob die Zölle auf Autoimporte aus Europa erhöht werden.
  • US-Präsident Donald Trump empfängt am heutigen Mittwoch seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan im Weißen Haus in Washington. Bei dem Gespräch soll es unter anderem um die Lage in Nordsyrien gehen, wo die Türkei gegen die Kurdenmiliz YPG vorgeht. Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA gilt als angespannt.
  • Nach dem Rücktritt von Boliviens Staatschef Evo Morales hat sich die Senatorin Jeanine Añez zur Interimspräsidentin erklärt. Sie werde alle nötigen Schritte unternehmen, um das Land zu befrieden, sagte Añez in La Paz. Die Juristin soll nun innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen organisieren. Morales war nach Massenprotesten zurückgetreten und befindet sich seit in Mexiko im Exil.

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