• Tesla Inc. - Kürzel: TL0 - ISIN: US88160R1014
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 1.208,660 $

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Produktion der Tesla-Modelle ging im Zeitraum April bis Juni sowohl im Vergleich zum Vorjahresquartal (-5,5 %) als auch zum ersten Jahresviertel 2020 (-19,9 %) zurück, was allerdings auf den Shutdown des Hauptwerkes im amerikanischen Fremont infolge der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Zulegen konnte der Konzern in Q2 jedoch bei den Auslieferungszahlen verglichen mit dem ersten Quartal 2020 (+2,5 %), gegenüber dem Vorjahr gingen die Auslieferungen allerdings um 4,8 Prozent zurück. Während sich die Auslieferungen der Model 3 + Y positiv entwickelten, gingen die Auslieferungen der Model S + X deutlich zurück.

Dass die Produktionszahlen im Berichtsquartal deutlich geringer einbrachen als bei anderen Automobil-Herstellern, dürfte nach Beobachtung von Analyst Frank Schwope von der NordLB auf das Hochfahren der Produktion im neuen Werk in Shanghai zurückzuführen sein. Schwope geht momentan davon aus, dass Auto-Produktion und -absatz im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 15 bis 25 Prozent einbrechen werden. Tesla hingegen könnte die Auslieferungen gegen den Trend um rund 20 bis 35 Prozent auf ca. 440.000 bis 500.000 Fahrzeuge (2019: 367.700) steigern. Auch die Kaufzurückhaltung dürfte bei Tesla-Käufern geringer ausfallen als bei den Kunden konventioneller Automobil-Hersteller, glaubt Schwope.

Die NordLB sieht Tesla mittelfristig als Gewinner der Coronavirus-Krise. Die Zukunfts-, respektive Gegenwartstechnologien „Elektromobilität“ und „Autonomes Fahren“ dürften als Symbol für den Aufbruch in die Post-Corona-Ära deutlichen Auftrieb bekommen. Tesla sei mittlerweile zwar S3XY (Models S, 3, X, Y) und könnte nächstes Jahr auf Jahressicht schwarze Zahlen schreiben, aber seines Erachtens bleibe das Unternehmen mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von mehr als 220 Mrd. Dollar deutlich zu hoch bewertet, so Schwope. Damit sei Tesla mittlerweile noch vor Toyota der teuerste Automobil-Hersteller der Welt und rund ein Drittel mehr wert als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. Die NordLB erwartet Rückschläge für die Tesla-Aktie und empfiehlt daher, das Wertpapier zu „Verkaufen“, erhöht aber zugleich das Kursziel für dieses auf 500,00 Dollar.

Die Rally der Papiere hatte zu Wochenbeginn neue Nahrung bekommen. So hatte sich CEO Elon Musk zuversichtlich gezeigt, dass im zweiten Geschäftsquartal kein Verlust anfallen wird. Inklusive der vorbörslichen Kursgewinne vom Donnerstag haben die Tesla-Aktien ihren Wert allein im laufenden Jahr trotz des zwischenzeitlichen Rückschlags wegen der Corona-Krise in etwa verdreifacht.

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