Die Erdölproduktion im Permian Basin, in der Region um Midland, ist im vergangenen Jahr um 30 % auf 3,2 Millionen Barrel pro Tag explodiert, im Vergleich zu 2016 liegt der Zuwachs beim Output sogar bei 60 %.

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    Der sagenhafte Boom schuf gleichzeitig allerdings riesige Kapazitätsprobleme, und droht nun von den berstenden Pipelines, die kaum noch mit dem Abtransport klar kommen, abgewürgt zu werden.

    Der Breakeven der texanischen Produzenten ist eine Funktion des technologischen Fortschritts und sinkt deshalb kontinuierlich weiter ab, was die Produktion bei fast jedem beliebigen Marktpreis profitabel macht.

    Während dem Potenzial der Upstream-Industrie deshalb nur wenig Grenzen gesetzt sind, wird der Midstream-Komplex derzeit unter anderem von der komplett überlasteten Infrastruktur geplagt.

    Mittlerweile sind alle Kapazitäten bei Pipeline, Schiene oder Straße ausverkauft und Abhilfe ist erst in Monaten, wenn nicht Jahren zu erwarten, wenn neue Rohre genehmigt wurden und gebaut sind.

    Kein Chart bildet das Dilemma besser ab als der Spread zwischen Erdöl das in Midland gehandelt wird und dem WTI-Benchmark. Aufgrund des massiven Überangebots an Erdöl im südwestlichen Texas wird die dortige Sorte mittlerweile um bis zu 13 Dollar (!) billiger verkauft.

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    Kurzfristige Abhilfe werden Zusätze schaffen, welche die Reibung in den Pipelines verringern und so eine schnellere Fließgeschwindigkeit beziehungsweise eine Produktionsausweitung auf 3,8 Millionen Barrel pro Tag bis zum Ende des Jahres ermöglichen.

    Ab 2019 gehen dann neue Pipelines mit einer Kapazität von 1,9 Millionen Barrel pro Tag an den Start und ermöglichen Texas damit in eine Liga aufzusteigen wo nur noch Saudi-Arabien oder Russland würdige Gegner sind.

    Wer glaubt, dass Erdöl bald nachhaltig auf dreistelligem Niveau notieren wird, der hat die Rechnung möglicherweise ohne die US-Fracker gemacht.