Bangkok (Godmode-Trader.de) - Die thailändische Notenbank BoT hat ihren Leitzins erstmals seit sieben Jahren erhöht. Wie die Zentralbank am Mittwoch in Bangkok mitteilte, steigt der Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,75 Prozent. Es ist die erste Anhebung seit dem Jahr 2011. Analysten hatten weitgehend mit der Entscheidung gerechnet.

    Die thailändische Notenbank folgt mit dem Schritt einer Reihe anderer Zentralbanken aus der Region, die ihre Geldpolitik in diesem Jahr teilweise schon mehrfach gestrafft haben. Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig, nur fünf der sieben Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Bank of Thailand stimmten für eine Zinserhöhung.

    In ihrer Pressekonferenz nannte die BoT die Notwendigkeit, „geldpolitischen Gestaltungsraum zu schaffen", um die Zinsen im Falle eines kommenden Abschwungs wieder senken zu können, als Hauptgrund für ihren jetzigen Zinsentscheid. Die Notenbank hatte auch schon früher vor den Risiken für die Finanzstabilität gewarnt, die sich aus zu niedrigen Zinssätzen ergeben können.

    Es gibt aber auch noch einen anderen, gewichtigeren Grund: Die von der amerikanischen Notenbank Fed vollzogene und zum Zeitpunkt des Zinsentscheids in Thailand bereits erwartete vierte Zinsanhebung in diesem Jahr übt Druck auf die Schwellenländer aus, weil deren Anlagen im Gegenzug weniger attraktiv werden. Insofern erachten Fachleute die Zinserhöhung auch als Absicherung gegen weiter steigende US-Zinsen.

    Die BoT hat sicherlich keinen Grund zur Sorge an der Preisfront. Die Inflation in Thailand ist moderat, was eine Zinsanhebung nicht unbedingt erforderlich gemacht hätte. Die Gesamtinflation fiel im November auf 0,9 Prozent und lag damit unter dem Zielband der Zentralbank von eins bis vier Prozent.