Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Das thyssenkrupp-Management hat aus Sicht von Sven Diermeier, Analyst von Independent Research eine strategische Kehrtwende angekündigt. Das europäische Stahl-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel sowie die Konzernaufspaltung würden nicht weiter verfolgt. Stattdessen wolle sich der Konzern eine Holdingstruktur geben, einen Minderheitsanteil an der Ertragsperle Elevator an die Börse bringen und 6.000 Stellen abbauen, so Diermeier laut einer Studie von Montag. Für die Werkstoffaktivitäten würden weiterhin Konsolidierungsoptionen sondiert. Bei den anderen Industrieaktivitäten jenseits von Elevator könne sich das Management andere Eigentümerstrukturen (Thyssenkrupp nur noch Minderheitsaktionär) vorstellen.

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    Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/19 (30.09.) wurde wegen Steel Europe (inkl. (bisher: exklusive)) angepasst. Insgesamt sieht die Diermeier die Ankündigung vom Freitag gemischt. Negativ sei, dass nun keine milliardenschweren Buchgewinne aus dem Stahl-Joint Venture erfolgten, was die Eigenkapitalbasis gestärkt hätte. Zudem bleibe die Konzernstruktur (Konglomerat) komplex, Anteile an der Ertragsperle würden verwässert. Als positiv erachtet Diermeier die erhöhte Bewertungstransparenz durch ein kommendes Elevator-IPO. Zudem der dann zu erwartende Mittelzufluss und eine dadurch eintretende Stärkung der Eigenkapitalbasis, sowie die Vermeidung von 1 Mrd. Euro an Spaltungskosten.

    Den sehr starken Kursanstieg der thyssenkrupp-Aktie am vergangenen Freitag führt Diermeier auf den vorangegangenen Underperformance, die Hoffnung auf ein erfolgreiches Elevator-IPO sowie Short-Eindeckungen zurück. Sein Votum für die thyssenkrupp-Aktie lautet unter Berücksichtigung der Gemengelage nach wie vor „Halten“ mit Kursziel: 15,00 (alt: 16,50) Euro.

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    ThyssenKrupp AG