Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Wenige Tage, nachdem ein bindender Vertrag zwischen thyssenkrupp und Tata Steel zur Gründung eines paritätischen europäischen Stahl-Joint Ventures unterzeichnet worden ist, was einen der tiefsten Einschnitte der Unternehmensgeschichte einläutet, hat Konzernchef Heinrich Hiesinger angekündigt, thyssenkrupp verlassen zu wollen. Sein Mandat läuft noch bis November 2020.

    Der seit sieben Jahren amtierende Konzernlenker sei es offenbar leid, sich von den divergierenden Interessenlagen bei thyssenkrupp - Krupp-Stiftung vs. Cevian/Elliott vs. Arbeitnehmervertreter aufreiben zu lassen, vermutet Analyst Sven Diemeier laut einer Studie von vergangenen Freitag.

    Der zweitgrößte Aktionär - Cevian - hatte laut Medienberichten auf Grund der Konditionen der thyssenkrupp-Tata Steel-Vereinbarung im Aufsichtsrat gegen das Vorhaben gestimmt. Laut „Rheinischer Post“ vermisste Hiesinger zuletzt auch die Rückendeckung des größten Aktionärs, der Krupp-Stiftung.

    Auch wenn Hiesinger aus Sicht von Analyst Diermeier in seiner Amtszeit durchaus Fehler begangen hat, vermochte er den Konzern aus einer existenzgefährdenden Situation herauszuholen und dabei die geringe Eigenkapitalbasis im Blick zu behalten. Die Suche nach einem neuen CEO sollte sich nun schwierig gestalten, so der Experte.