Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Perspektiven verschieben, wenn man sich einmal für ein paar Tage aus dem grauen Alltag verabschiedet. Börsenkurse werden dann plötzlich völlig unwichtig. Das Geschehen an den Aktienmärkten degeneriert zu einem weit entfernten Windhauch, ähnlich einer abendlichen Brise nach einem heißen Sommertag, die bei Einbruch der Dunkelheit völlig abflaut. Dann hat der Geist endlich Ruhe, die Sinne dürfen sich wieder sich auf die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens konzentrieren:

Während meines Urlaubs in diesem rekordverdächtigen Sommer 2013 habe ich bei fast 40 Grad im Schatten einen recht kniffligen Klettersteig in einer abgelegenen Gegend der Alpen bestiegen. Die Region, und das war die überraschende Erkenntnis in diesen Urlaubstagen, war so einsam und verlassen, wie man das in der völlig überlaufenen Bergwelt in unseren Breiten zur Urlaubszeit niemals vermuten würde:

Mehrmals ist mir während eines ganzen Tages außer einer Bäuerin oder einem Senner auf einer Almhütte kein einziger Mensch begegnet. Auch Handyempfang gab es keinen dort oben. Also überhaupt (!) keinen Empfang: Auf dem Display erschien nur die für viele Zeitgenossen vermutlich beängstigende, mindestens aber irritierende Meldung „Kein Signal“. Wie herrlich...

Kein Signal? In Wahrheit war die Welt dort oben voll von den prächtigsten Signalen, die wir „moderne Menschen“ nur leider völlig aus den Augen verloren haben: Der Bergwald wird in der Region, in der ich unterwegs war, nicht bewirtschaftet. Die Natur wird sich selbst überlassen: Umgefallene Bäume liegen im Weg herum und vermodern ganz allmählich. Manchmal muss man mühsam darüber klettern, um weiter zu kommen. Viele Vögel, Säugetiere, Reptilien und Kleinlebewesen finden in diesem Urwald mitten in Europa wieder ein natürliches Zuhause. Eine blühende und üppig wuchernde Pflanzenwelt umgibt das Szenario. Mitunter hat man tatsächlich den Eindruck, durch einen Dschungel zu wandern...

Am Ende eines solchen Tages, wenn man abgekämpft und überwältig von den unfassbaren Eindrücken wieder unten im Tal ankommt, dann werden Kleinigkeiten, die wir im Alltag gar nicht mehr beachten, plötzlich zu ganz großen Dinge. Ein erfrischendes Bad in einem eiskalten Bergbach etwa. Oder aber, und das ist kein Witz: Tomaten, die in der Kühlbox im Wagen der Hitze getrotzt haben, mit einer Prise Salz darauf. Was für ein Fest für die Sinne!

Was ist dagegen schon das Geschehen an den Börsen, wo die wenigen kritischen Geister, die in dieser Dauerhausse noch übrig geblieben sind, jetzt wieder wie Vollidioten aussehen, weil sie vor einer ausgewachsenen Baisse warnen?

Da fällt mir ein: Erinnert sich noch jemand an den März 2009? Damals war es genau umgekehrt. Seinerzeit war in den Augen der Masse derjenige ein Vollidiot, der die Möglichkeit steigender Aktienkurse ernsthaft in Betracht zog. Zur Erinnerung: Der DAX notierte damals bei etwas mehr als 3.500 Punkten.

Tja, so ist das seltsamerweise immer auf diesem glatten Parkett...

Daher abschließend nun doch noch ein letzter Blick auf die Börsen, denn von dort wird es schon in Kürze einiges zu berichten geben: Der Dow Jones hat am Freitag auf dem Point & Figure Chart ein lupenreines Verkaufssignal auf besagtes Parkett gezaubert. Es kam zum Bruch eines Doppelbodens, und so ein Bruch, das sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, der hat oft unangenehme Folgen...

Zeitlich würde das ganz hervorragend passen. Schon zu Jahresbeginn hatten wir im Antizyklischen Börsenbrief vermutet, dass die Börsen voraussichtlich im August 2013 ein wichtiges Hoch sehen werden.

Wie wichtig dieses Hoch tatsächlich sein wird, das klären wir in der kommenden Ausgabe...

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de