Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Seit März 2017 liegen die den Molkereien angelieferten Milchmengen recht spürbar über den entsprechenden Vorjahresniveaus. „Damit reagieren die Milchviehhalter auf die positiven Margen im vergangenen Jahr, die aus einer Kombination von hohen Milchpreisen und begrenzten Futtermittelkosten resultierten“, infomieren Analysten der DZ Bank in einer Rohstoffmarkteinschätzung.

Im bisherigen Jahresverlauf wurden in Europa mit 107,4 Mio. Tonnen demnach 1,3 Prozent mehr Milch angeliefert als im Vorjahreszeitraum. Die deutschen Anlieferungen veränderten sich auf EU-Datenbasis hingegen kaum. „Das steigende Milchaufkommen konnte nicht vollumfänglich von der heimischen Nachfrage und den Exporten kompensiert werden“. Als Folge sei der vom Kieler Institut für Ernährungswirtschaft (ife) erhobene Milchpreis im bisherigen Jahresverlauf um 22 Prozent gefallen.

Allerdings ist den Experten zufolge die langanhaltende sommerliche Dürre- und Trockenperiode in den Daten nicht vollständig reflektiert. Wegen der Hitze ist es erstens zu einer erheblichen Verknappung bei der Grundversorgung von Futtermitteln gekommen. Zweitens legten sogar die Schlachtungen von Milchkühen und Färsen zu. Daher ist laut DZ Bank in den nächsten Monaten mit einem erheblich geringeren Milchaufkommen zu rechnen. Dieser Effekt werde sich mit zunehmender Winterfütterung und immer geringeren Beständen sogar noch intensivieren. „Wir schließen auch nicht aus, dass die jährliche Wachstumsrate des Milchaufkommens in den negativen Bereich dreht. Die geringeren Mengen werden sich unseres Erachtens in den nächsten Monaten positiv auf den Milchpreis auswirken“.