US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an der US-Notenbank am Freitag erneuert und eine Zinssenkung, ein Ende des Programms zur Bilanzverkürzung (Quantitative Tightening) sowie ein neues Quantitative-Easing-Programm gefordert.

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"Ich denke sie sollten die Zinsen senken", sagte Trump im Garten des Weißen Hauses, bevor er zu einem Besuch der Grenze zu Mexiko aufbrach. "Ich denke sie haben uns wirklich abgebremst, es gibt keine Inflation. (...) Ich würde sagen in Bezug auf quantitatives Tightening sollte es eigentlich Quantitative Easing sein... Man würde ein Raketenschiff sehen", sagte Trump.

Die Aussagen von Trump passen allerdings nur wenig zu seinem Lob des US-Arbeitsmarktes, das er am Nachmittag über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete. "Jobs! Jobs! Jobs!" schrieb Trump auf Twitter und zitierte einen Post des Council of Economic Advisors.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1114196948397858816

Nach einer sehr schwachen Entwicklung im Vormonat hat sich der US-Arbeitsmarkt im März deutlich erholt. Außerhalb der Landwirtschaft wurden 196.000 neue Stellen geschaffen, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Die Volkswirte hatten mit 177.000 neuen Stellen in der größten Volkswirtschaft der Welt gerechnet. Im Vormonat Februar wurden nach revidierten Angaben nur 33.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote blieb im März stabil bei 3,8 Prozent. Die Stundenlöhne legten im März um 0,1 Prozent und damit schwächer als erwartet zu.

Die US-Notenbank Fed hat bereits in den vergangenen Monaten einen Kurswechsel angekündigt und angedeutet, dass der Leitzins zumindest im laufenden Jahr auf dem aktuellen Niveau von 2,25 bis 2,50 Prozent belassen werden soll. Zudem kündigte Fed-Präsident Jerome Powell beim letzten Zinsentscheid am 20. März an, dass das Programm zum Abbau der Bilanzsumme Ende September beendet werden soll. Der Markt rechnet aber sogar wieder mit Zinssenkungen. Bis Jahresende implizieren die Terminkontrakte auf die Fed Funds Rate aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 39,1 Prozent für eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte und eine Wahrscheinlichkeit von 12,4 Prozent für zwei Zinssenkungen.

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Quelle: CME Group

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