Der Aktienmarkt ist für die US-Wirtschaft extrem wichtig. Mit einer Kapitalisierung von über 30 Billionen Dollar ist der Aktienmarkt deutlich größer als die Wirtschaftsleistung (auch wenn Vergleiche von Bestands-und Stromgrößen sicherlich problematisch sind). Viele Amerikaner halten Aktien, ob in ihren Depots, die sie selbst managen oder für die Pensionsvorsorge. Aktien sind einer der wichtigsten Bestandteile des Vermögens.

Fällt der Aktienmarkt, wird auch das Vermögen in Mitleidenschaft gezogen. Das Vermögen wiederum hat eine erhebliche Auswirkung auf den Konsum. Wer sich reich fühlt, konsumiert auch mehr. Man kann es sich ja leisten...

Umgekehrt wird weniger konsumiert, wenn der Aktienmarkt und das Vermögen fallen. Es ist daher kein Wunder, dass Vermögensveränderungen und Konsumwachstum korreliert sind (Grafik 1). Die Korrektur Ende 2018 hat das Vermögenswachstum zum Erliegen gebracht.


Auch der Konsum ist inzwischen nicht mehr so stark auf Wachstumskurs wie noch einige Monate zuvor. Gemessen am Einbruch des Vermögenswachstums hat das Konsumwachstum allerdings noch viel aufzuholen. Das Konsumwachstum dürfte sich weiterhin verlangsamen.

Es ist dabei besonders auffällig, wie stark das Vermögenswachstum eingeknickt ist. Die Korrektur war zwar gefühlt sehr heftig, allerdings dafür auch sehr kurz. In absoluten Zahlen war der Einbruch größer als zur Zeit des Bärenmarktes zur Jahrhundertwende (Grafik 2).


Für eine eigentlich moderate Korrektur des Aktienmarktes hat sich viel getan. Das liegt auch daran, dass andere Vermögenswerte langsamer an Wert zulegen. Dazu gehören etwa Immobilien. Es zeigt sich generell eine starke Verlangsamung des Vermögenswachstums. Das wird auch auf den Konsum abfärben.

Zu Jahresbeginn konnte der Markt wieder zulegen. Das entschärft die Situation ein wenig und unterstreicht, dass es absolut korrekt ist, wenn sich Trump und auch die Notenbank um den Aktienmarkt sorgen.

Die Notenbank reagiert nicht auf den Aktienmarkt an sich. Einbrechende Kurse färben aber auf die Wirtschaft ab und es ist das Mandat der Notenbank, hier gegenzusteuern. Indirekt bestimmt also auch der Aktienmarkt die Handlungen der Notenbank.

Es ist nicht die Aufgabe des Präsidenten, sich um den Aktienmarkt zu kümmern und mit Verbalinterventionen (über Twitter) die Kurse zu beeinflussen. Trump tut das trotzdem. Für Aktionäre ist das freilich ein Geschenk und auch für die Wirtschaft ist das nicht schlecht.

Schlecht ist es lediglich, wenn Trump den Markt kurzfristig nach oben zieht, langfristig aber für Schaden sorgt. Die Steuersenkung für Unternehmen war ein großer Gewinn für Aktionäre. Dafür sind die Staatsfinanzen jetzt in Schieflage. Langfristig kommt die Regierung nicht um Steuererhöhungen herum. Ob es dann den Unternehmen oder Bürgern weggenommen wird, ist eigentlich egal. Beides schadet dem Aktienmarkt.

Unternehmenssteuern schaden direkt. Werden die Einkommenssteuern erhöht, schadet es dem Konsum und dadurch indirekt den Unternehmensgewinnen. Trump opfert Nachhaltigkeit für kurzfristige Gewinne. Dessen sollte man sich bewusst sein, es aber genießen, solange es anhält.

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