• Trump will Strafzölle gegen China dramatisch ausweiten
  • Target2-Salden der Bundesbank bei fast 1 Bio. Euro
  • EU droht US-Regierung mit weiteren Vergeltungszöllen
  • DIHK warnt vor US-Zöllen
  • US-Präsident Trump attackiert Geldpolitik der Fed
  • Ex-Minister Gabriel: Finanzinvestoren in die Schranken weisen
  • General Electric verzeichnet Gewinnabfall
  • Microsoft macht mit der Cloud gutes Geld
  • Merck& Co.: Weiterer Pharmakonzern beugt sich Trump

Markt

  • Trump schwingt die Zoll-Keule und die Finanzmärkte knicken ein. Das bereits bekannte Spiel findet auch heute seine unrühmlich Fortsetzung. Kurz vor dem Wochenende schreckt US-Präsident Donald Trump einmal die Marktteilnehmer auf. Im Handelsstreit mit China drohte er mit Strafzöllen auf alle in die USA importierten Waren aus der Volksrepublik. Er sei bereit, bis 500 zu gehen, sagte Trump in einem Interview mit CNBC. Damit nahm er Bezug auf die rund 505 Mrd. Dollar, auf die sich die Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr summierten. Damit dreht sich die Eskalationsspirale wieder schneller. Außerdem kritisierte Trump die Zinserhöhungspolitik der US-Notenbank und warf Europa und China eine Manipulation von Währung und Zinsen vor. Die Börsen, besonders in Asien und Europa, reagieren nervös. Der DAX beendete den Handel am Freitag mit einem Minus von 0,98 Prozent bei 12.561,42 Punkten.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Siemens könnte nach Einschätzung der UBS Teile seines Geschäfts mit Bereichen des Industriekonzerns Thyssenkrupp zusammenlegen und anschließend ausgliedern. So könnte die Aufzugssparte von Thyssenkrupp ein attraktives Übernahmeziel für Siemens sein, schreibt UBS-Analyst Markus Mittermaier in einer Studie.
  • General Electric hat im vergangenen Quartal einen Gewinneinbruch um 28 Prozent auf 736 Mio. Dollar erlitten. In der Kraftwerks-Sparte brach der Gewinn sogar um 58 Prozent ein, in der Wind-Sparte um 48 Prozent. Die Gewinnzahlen lagen dennoch über den Markterwartungen. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 30 Mrd. Dollar.
  • Microsoft hat vor allem dank seiner Geschäfte in der Cloud im zweiten Quartal ein deutliches Gewinnplus verzeichnet. Das Nettoergebnis stieg um 10 Prozent auf 8,9 Mrd. Dollar. Der Umsatz kletterte um 17 PRozent auf über 30 Mrd. Dollar. Künftig will Microsoft seine Datencenter weltweit auf 54 Regionen ausweiten.
  • Der Ölfeldausrüster Schlumberger ist im zweiten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Beim Ergebnis übertraf der Konzern die Erwartungen, schnitt beim Umsatz aber schlechter ab als erhofft.
  • Laut Kreisen entwickelt Google eine komplett neue Software, die auch als Ersatz für das dominierende Smartphone-System Android gedacht ist. Das Betriebssystem mit dem Namen "Fuchsia" solle auf allen möglichen Geräten vom Notebook bis zu vernetzten Sensoren einheitlich aussehen, so Bloomberg.
  • Die Marke Innogy könnte trotz der Übernahme durch den Energieversorger E.ON erhalten bleiben. „E.ON erkennt an, dass wir bei Innogy in einigen Bereichen erfolgreicher sind, und will dem Rechnung tragen", betonte der Innogy-Vorstand in einem internen Schreiben an die Beschäftigten, aus dem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung zitiert. In diesem Zusammenhang werde auch geprüft, ob die Marke Innogy nach der Übernahme bestehen bleibt.
  • Der Aufsichtsratsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, fordert die Abschaffung der gesetzlich verordneten zweijährigen Pause beim Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat desselben Unternehmens. „So ein komplexes Unternehmen wie BASF wertschaffend zu führen, geht nur, wenn man es kennt", sagte Hambrecht dem „Handelsblatt“. Nur Vorstände würden auch die teilweise recht komplexen Machfelder innerhalb des Unternehmens verstehen.
  • Die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Preispolitik von Pharmakonzernen zeigt Wirkung. Nach der Ankündigung von Pfizer auf Preiserhöhungen zu verzichten, zieht der US-Branchenkollege Merck & Co. nun nach und versprach sogar Preissenkungen vorzunehmen. So soll der Preis für das Hepatitis-Medikament Zepatier um 60 Prozent fallen. Bei anderen Produkten will Merck 10 Prozent weniger verlangen.
  • Ex-Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor einer Aufspaltung von Thyssenkrupp gewarnt. Sowohl der schwedische Finanzinvestor Cevian als auch Paul Singers Hedgefonds Elliott scheinen auf eine Zerschlagung des Traditionskonzerns zu zielen, schreibt Gabriel in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. Er fordert, dass die Politik die Finanzinvestoren für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gemeinwohl gewinnen muss. Notfalls müsse man sie in die Schranken weisen.
  • Ob der geplante Verkauf der HSH Nordbank an den US-Finanzinvestor Cerberus gelingt, ist Medienberichten zufolge immer unklarer. Größtes Hindernis ist der notwendige Wechsel von der öffentlich-rechtlichen Einlagensicherung in das Sicherungssystem der privaten Banken. Hamburg und Schleswig-Holstein machen nun offenbar Druck, das Problem zu lösen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Konjunktur & Politik

  • Manager der großen deutschen Autohersteller haben nicht nur bei Dieselfahrzeugen eine wirksame Abgasreinigung zu verhindern versucht. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL aus weiteren Untersuchungen der EU-Wettbewerbskommission zum 5er-Kreis (Daimler, Volkswagen, BMW, Audi und Porsche) gab es offenbar auch gemeinsame Verabredungen, den Einsatz von Partikelfiltern in Benzinmotoren zu vermeiden und schärfere Abgasgrenzwerte zu verhindern. Die Hersteller wollten sich wegen der laufenden Untersuchungen der EU-Wettbewerbskommission laut dem Magazin nicht zu Einzelheiten äußern.
  • Mit erratischen Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union sorgt US-Präsident Donald Trump abermals für Verwirrung an den Märkten. „China, die Europäische Union und andere haben ihre Währungen manipuliert", twitterte er am Freitagnachmittag. Außerdem erwähnte er die niedrigen Leitzinsen dort, während in den USA die Zinsen steigen würden. Der Devisenmarkt reagierte mit weiteren Kursverlusten beim Dollar.
  • Sollten die USA die angedrohten Zölle auf importierte Autos erheben, würde das die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) etwa sechs Mrd. Euro an Wirtschaftsleistung kosten. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte im ZDF-Morgenmagazin, er nehme die Drohungen von US-Präsident Donald Trump sehr ernst.
  • Die Target2-Salden der Bundesbank sind per Ende Juni auf 976 Mrd. Euro angestiegen. Der recht stetige Anstieg seit Anfang 2015 wurde im Wesentlichen von den Wertpapierkäufen des Eurosystems getrieben. Deswegen ist er nicht zwingend ein Indikator für zunehmende Probleme im Finanzsystem oder in der Währungsunion, schreibt Johannes Beermann, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, in einem Gastbeitrag für die „Welt“. Wenn der Euro unverändert fortbestehe, sei Target kein Risiko.
  • Im US-Handelsstreit mit China stehen die Zeichen auf weitere Eskalation. Wie CNBC berichtet, ist das Weiße Haus in Washington bereit, chinesische Waren im Wert von 500 Mrd. Dollar mit Sonder-Abgaben zu belegen. Das wäre eine Verzehnfachung der betroffenen Waren. Bis jetzt hatte Washington Strafzölle und Quoten auf chinesische Produkte im Wert von 50 Mrd. Dollar eingeführt oder angekündigt. Die in der Volksrepublik ansässigen US-Unternehmen sehen große Gefahren. „Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer, William Zarit, der Deutschen Presse-Agentur. US-Geschäftsleute in China seien sehr besorgt. "Fast 80 Prozent der befragten Mitglieder sagten, dass Zölle ihre Arbeit in China in gewissem Maße beeinträchtigen könnten, auch wenn noch nicht gesagt werden kann, in welchem Maße."
  • Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent gestiegen, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Das Plus ist höher als von der Steuerschätzung angenommen. Der Bundeshaushalt wies im ersten Halbjahr einen Finanzierungsüberschuss von 10,3 Milliarden Euro auf.
  • Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im Mai saisonbereinigt von 30 Mrd. im Vormonat auf 22 Mrd. Euro gesunken, wie die Europäischen Zentralbank (EZB) mitteilte. Dabei fiel vor allem der Überschuss in der primären Einkommensbilanz deutlich niedriger aus als im Vormonat.
  • Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungsmarkt hat im zweiten Quartal 2018 einen neuen Rekordwert erreicht. Das von der Förderbank KfW ermittelte German Private Equity Barometer erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 10,4 Zähler auf 77,1 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage kletterte auf 79,6 Saldenpunkte (+8,4), der Indikator für die Geschäftserwartung auf 74,5 Saldenpunkte (+12,4).
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich weiter für die transatlantische Partnerschaft mit den USA aus. Die Zusammenarbeit mit den USA sei weiter „zentral für uns“, sagte Merkel am Freitag auf ihrer Sommer-Pressekonferenz in Berlin. „Ich werde sie auch weiter pflegen.“ Sie räumte ein, dass der bisherige internationale Ordnungsrahmen „im Augenblick stark unter Druck steht“. Sie werde aber weiter für den so genannten Multilateralismus werben, so Merkel.
  • Der italienische Innenminister Matteo Salvini rechtfertigt die Annexion der Krim durch Russland und stellt sich damit gegen die Linie der EU und der USA. „Es gab ein Referendum. 90 Prozent der Menschen hatten sich für die Rückkehr der Krim in die Russische Föderation ausgesprochen", so Salvini zur "Washington Post".
  • Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland lagen im zurückliegenden Juni um 3,0 Prozent höher als im Juni 2017. Im Vormonat Mai hatte die Jahresveränderungsrate bei plus 2,7 Prozent gelegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im Juni um 0,3 Prozent und damit weniger stark als im Mai (+ 0,5 %).
  • In Japan bleibt die Inflation weiter auf niedrigem Niveau und deutlich hinter dem Notenbankziel zurück. Die Verbraucherpreise kletterten im Juni im Vergleich zum Vorjahr wie im Vormonat um 0,7 Prozent, teilte die Regierung mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet
  • US-Präsident Donald Trump hat die US-Notenbank wegen der Erhöhung der Leitzinsen kritisiert. „Ich bin nicht begeistert (...). Ich bin nicht glücklich, aber gleichzeitig lasse ich sie machen, was sie für das Beste halten", sagte er zu CNBC. „Es gefällt mir nicht, dass wir all die Arbeit in die Wirtschaft stecken und dann sehen, wie die Zinsen steigen.“ Die politische Unabhängigkeit der Fed vor politischer Einflussnahme ist ein Grundpfeiler in den USA. Trump räumte ein, sein Kommentar sei ungewöhnlich, aber das kümmere ihn nicht.
  • Die EU droht den USA, im Falle von höheren Zöllen auf deren Autos, ebenfalls mit Ausgleichsmaßnahmen zu reagieren. Gegenzölle würden dann für US-Waren im Wert von 2,8 Mrd. Euro verhängt. Eine entsprechende Liste wurde bereits erarbeitet. Eine Erhebung hoher Autozölle wäre verheerend und würde eine neue düstere Wirklichkeit schaffen, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Donnerstag.
  • US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein zweites Gipfeltreffen nach Washington eingeladen. Das Treffen soll zwischen September und Dezember stattfinden, wie Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte. US-Geheimdienstdirektor Dan Coats zeigte sich überrascht von der Ankündigung.

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