Washington (Godmode-Trader.de) - Nach Medieninformationen will die Trump-Administration ein informelles Bündnis der westlichen Nationen schmieden, um gegen Chinas Handelsmacht vorzugehen. Führende Beamte der Trump-Regierung drängten auf neue harte Maßnahmen gegen Peking, auch wenn Präsident Trump nur noch zwei Monate im Amt sei, berichtete das Wall Street Journal (WSJ) am Montag unter Berufung auf Insider.

Der Plan sei durch den wirtschaftlichen Druck Chinas auf Australien ausgelöst worden, nachdem Sydney eine Untersuchung der Ursprünge der Covid-19-Pandemie gefordert hatte. „China versucht, Länder durch ungeheuerlichen wirtschaftlichen Zwang zur Unterwerfung zu zwingen", zitiert das Blatt einen hohen Beamten und China-Falken in Washington. Der Westen müsse ein System schaffen, das Chinas Zwangsdiplomatie sanktioniere und die Kosten dafür ausgleiche.

Im Rahmen des Vergeltungsplans sollen sich die verbündeten Nationen im Falle eines Importboykotts Pekings dazu bereit erklären, die entsprechenden Waren anzukaufen bzw. eine Entschädigung zu leisten. Im Gegenzug könnte sich die Gruppe darauf verständigen, für den entgangenen Handel Zölle auf China-Exporte festzusetzen.

Der Trump-Regierung ist auch daran gelegen, das Einfuhrverbot für Importe aus der chinesischen Region Xinjiang auszuweiten und China-Unternehmen auf eine Schwarze Liste des Handelsministeriums zu setzen, darunter den chinesischen Chiphersteller Semiconductor Manufacturing International Corp. (SMIC). Diesen Unternehmen soll der Kauf einer Reihe von US-Gütern und -Technologien verboten werden. Das chinesische Außenministerium verurteilte diese Pläne bereits als Verstoß gegen das Wettbewerbsprinzip und internationale Handelsregeln. SMIC sieht sich schon jetzt strengen Lizenzanforderungen gegenüber, wenn es von US-Firmen Technologie erwirbt.

Die Beamten räumten gegenüber dem WSJ ein, dass die Pläne für eine härtere Gangart gegenüber Peking vor dem Problem stehen, dass die Trump-Regierung mehr oder weniger vor ihrem Ende steht. Ein weiteres Vorantreiben der Pläne benötige daher auch die Hilfe und Unterstützung der neuen Biden-Administration.

Es ist auch alles andere als sicher, dass andere Nationen, die vom Handel mit China abhängig sind bzw. profitieren, sich einer solchen Gruppe anschließen würden. Offenbar hat sich die Trump-Administration mit westlichen Demokratien diesbezüglich bereits in Verbindung gesetzt, unklar ist nur mit welchen.

China hatte Importbeschränkungen für australisches Rindfleisch, Gerste und Wein verhängt, was viele Ökonomen als Vergeltung für Australiens Drängen auf eine Untersuchung der Ursprünge von Covid-19 betrachteten.