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Dass die Aussagen von US-Präsident Donald Trump eine kurze Halbwertszeit haben, ist keine Neuigkeit. Ganz im Gegenteil: Die extreme Unberechenbarkeit der US-Politik unter Trump scheint nicht Unfall, sondern Kalkül zu sein. Wenn der Verhandlungspartner und die Öffentlichkeit nicht wissen, woran sie wirklich sind, können am ehesten Zugeständnisse herausgeschlagen werden. So jedenfalls scheint das Kalkül von Trump zu lauten.

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Auch im Handelskonflikt mit China hat Trump durch abwechselnde positive und dann wieder negative Aussagen versucht, für maximale Verwirrung zu sorgen. Vorläufiger Höhepunkt: Die Verkündung eines "Phase-I-Deals" mit China am vergangenen Freitag.

Doch Trumps Teil-Deal droht nach nur wenigen Tagen schon wieder zu zerbröseln:

China hält weitere Verhandlungen für nötig, um den Deal unterzeichnen zu können, wie Bloomberg berichtet. Demnach wurde der Deal nur "im Prinzip" und noch nicht wortwörtlich vereinbart, wie es heißt. Eine Quelle sagte Bloomberg, dass China erneut seine Delegation unter Vizepremier Liu He schicken könnte, um den Deal bis zu einem Asien-Pazifik-Gipfel im November in Chile unterschriftsreif zu machen. Eine andere Quelle sagte zu Bloomberg, dass China darauf bestehe, dass die USA auch für Dezember geplante neue Zölle in Höhe von 15 Prozent auf weitere chinesische Waren im Umfang von 160 Milliarden Dollar streichen. Doch davon will die US-Seite bisher offenbar nichts wissen. Trumps Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Montag, dass er davon ausgehe, dass die neuen Zölle im Dezember in Kraft treten, falls bis dahin kein Deal unterzeichnet wurde. China hingegen scheint zu fordern, dass erst die Zollerhöhungen für Dezember gestrichen werden und dann der Deal unterzeichnet wird!

Das gewohnte Spiel mit Forderungen und Gegenforderungen geht also auch zu Beginn der neuen Woche weiter, als sei da am Freitag überhaupt keine Einigung erzielt worden.

Aber auch das Wenige an Substanz, dass der Deal zu haben schien, erweist sich bei genauerem Blick als recht bedeutungslos. Ein wichtiges chinesisches Zugeständnis Chinas am Freitag war laut Trump, dass China künftig 40 bis 50 Milliarden an US-Agrarprodukten pro Jahr importieren will. Das wäre ungefähr doppelt so viel wie bisher, denn im Jahr 2017 importierte China US-Agrarprodukte im Umfang von 24 Milliarden Dollar.

Wie Reuters nun berichtet, halten es Agrarexperten für unwahrscheinlich, dass China seine US-Importe tatsächlich so deutlich hochfahren wird. Zum genannten Volumen von 40 bis 50 Milliarden Dollar sagte der Rohstoffexperte Darin Friedrichs zu Reuters: "Ich denke, dass es eine bedeutungslose große Zahl ist, die hingeworfen wurde, um Schlagzeilen zu machen, und dass es nicht passieren wird."

Einziges konkretes Ergebnis des Handelsdeals scheint zu sein, dass die für 15. Oktober geplanten Zollerhöhungen vorerst nicht in Kraft treten werden. Ob das dem Finanzmarkt ausreichen wird? Die Futures auf die wichtigsten US-Indizes haben seit Freitagabend jedenfalls bereits deutlich nachgegeben.

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