Ankara (Godmode-Trader.de) - Die Maßnahmen der türkischen Regierung zur Bekämpfung der Inflation und des Liraverfalls werden immer rigider. Angesichts der Währungskrise und hohen Inflation in der Türkei hat Innenminister Süleyman Soylu Strafen für „Wucherer" angekündigt. In einem Schreiben an die Gouverneure aller 81 Provinzen habe Soylu „Maßnahmen gegen alle, die unter Ausnutzung der Kurs-bezogenen Entwicklungen Wucherpreise ansetzen“ gefordert.

    ANZEIGE

    Das Innenministerium geht davon aus, dass in letzter Zeit Kleinhändler, Firmen und Betriebe Waren und Dienstleistungen „zu horrenden Preisen" angeboten und Waren in Lagern zurückgehalten hätten, um die Preise anzuheizen. Das habe eine Situation geschaffen, die „das Wohl und den Wohlstand der Bürger gefährdet".
    Bereits am Montag hatte die Regierung von 114 Unternehmen eine substantiierte Erklärung für ihre Preispolitik gefordert. Zuvor waren tausende ( die Rede war von 4.000) Unternehmen untersucht worden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte seine Bürger aufgefordert, Geschäfte zu melden, die ihre Preise auffallend kräftig angehoben hätten. Am Dienstag kündigte die Regierung bei zahlreichen Gütern eine Preissenkung von zehn Prozent an.

    Die türkische Landeswährung hat seit Jahresbeginn gegenüber Euro und Dollar fast 40 Prozent an Wert verloren. Die Inflation stand im Oktober bei 25 Prozent. Im Vormonat waren es noch rund 18 Prozent. Präsident Erdogan fordert trotz der hohen Inflation niedrigere Zinsen. Die Lira konnte sich zum Euro zuletzt etwas erholen.