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Ankara (Godmode-Trader.de) - In der Türkei grassiert die Inflation in Folge des Lira-Verfalls. Heute hat die türkische Notenbank erneut gehandelt und den Leitzins erhöht. Der Zins für einwöchiges Notenbankgeld stieg um 1,25 Prozentpunkte auf 17,75 Prozent. Die Lira profitierte und legte in einer ersten Reaktion deutlich zu. Es war eine Notmaßnahme der Notenbank, denn die Teuerungsrate hatte zuletzt bedrohliche Ausmaße angenommen.

Im Mai belief sich die Jahresinflationsrate auf rund 12 Prozent. Die Kerninflationsrate, die den Inflationstrend meist besser als die Gesamtrate wiedergibt, war sogar auf ein Rekordhoch gestiegen. Im April lag die Teuerung noch deutlich tiefer bei 10,85 Prozent. Die jüngste Zinsanhebung ist deshalb bereits die dritte innerhalb weniger Wochen. Erst Ende Mai erhöhte die Zentralbank die Zinsen, als die türkische Lira sehr stark unter Druck stand. Die Notenbank erhöhte den Spätausleihungssatz von 13,5 auf 16,5 Prozent.

Staatspräsident Recep Erdogan ist ein entschiedener Gegner hoher Zinsen. Mitte Mai kündigte er in einem Interview an, nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 24. Juni die Geldpolitik stärker zu überwachsen. Er werde höchstpersönlich für tiefe Zinsen sorgen, versprach Erdogan. Diese Ankündigung sorgte unter Investoren für Kopfschütteln, der Kapitalabzug verstärkte sich. Nun hat Erdogan eingelenkt, er hielt sich mit öffentlichen Äußerungen zuletzt eher zurück. Sein Vize Mehmet Simsen beruhigte: Er versprach die Rückkehr zu einer glaubwürdigen Finanzpolitik und bekräftige öffentlich die Unabhängigkeit der Notenbank.