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Ankara (Godmode-Trader.de) - Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,9 Prozent im Vorjahresvergleich gewachsen, wie die nationale Statistikbehörde in Ankara mitteilte. Damit konnte das Land in dieser Abgrenzung seine Rezession überwinden, nachdem es zuvor drei Mal in Folge zu einer Schrumpfung kam. Im zweiten Quartal ging die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr noch um revidiert 1,6 Prozent zurück.

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Im Quartalsvergleich wuchs die Wirtschaft im Sommer um saison- und kalenderbereinigt 0,4 Prozent. Analysten hatten im Schnitt für die Monate Juli bis September eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 Prozent erwartet. In dieser Betrachtung verlangsamte sich die Aktivität. Für die Monate April bis Juni meldete die Behörde noch eine Zunahme der Wirtschaftsleistung von 1,0 Prozent im Quartalsvergleich.

Die Regierung stellte für dieses Jahr ein Wachstum von 0,5 Prozent und für das kommende ein Plus von 5 Prozent in Aussicht. Finanzminister Berat Albayrak schrieb auf Twitter, dass die Frühindikatoren für das vierte Quartal zeigten, dass die Wachstumsdynamik weiter zunimmt. Ökonomen sehen die Entwicklung freilich weniger optimistisch. „Das Wichtigste für mich ist, dass es immer noch nicht so viel Vertrauen bei Haushalten und Unternehmen gibt“, sagte Piotr Matys, Forex-Stratege für Schwellenländer bei der Rabobank zu Reuters. Die Politik müsse erhebliche Anstrengungen beim Thema Wirtschaftsreformen an den Tag legen, um das Vertrauen der Investoren und Bürger wiederherzustellen, so Matys. Bisher hätten sich die Bemühungen hauptsächlich auf kurzfristige Lösungen konzentriert.

Das Wachstum im dritten Quartal wurde vom Agrarsektor getragen, der im Vorjahresvergleich um 3,8 Prozent wuchs, während die Industrie um 1,6 Prozent und der Dienstleistungssektor um 0,6 Prozent zulegen konnten. Der Bausektor, jahrelange Stütze des Wachstums, schrumpfte dieses Mal um 7,8 Prozent.

Während sich die Wirtschaft erholt hat, brach die Inflation im Oktober aufgrund von Basiseffekten einstellig ein, und das Kreditwachstum nahm dank der Zinssenkungen der Zentralbanken zu. Ende Oktober senkte die Notenbank den Leitzins deutlicher als erwartet auf 14 Prozent und setzte damit seine aggressive Senkungsstrategie seit Juli fort (i. d. Zeitraum -10 %).