• CFNAI: Wirtschaftsaktivität in den USA verlangsamt sich
    • John Hopkins: Bald weltweit 1 Mio. Corona-Tote
    • Libyen: EU-Außenminister planen Sanktionen
    • Trump billigt TikTok-Deal
    • Medienbericht: UBS hat Interesse an Deutscher Bank
    • Geldwäsche-Berichte setzen Bankentiteln zu
    • Nikola-Chef tritt nach Betrugsvorwürfen ab

    DAX

    • Die Gefahr neuer Lockdowns wird an den Märkten nicht länger negiert. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sehen sich immer mehr Staaten gedrängt, die Reißleine zu ziehen, und neue Beschränkungen zu erlassen. Israel ist das erste Land, das einen kompletten zweiten Lockdown durchführt. Neuseeland und Australien reagierten früher mit regionalen Lockdowns. Auch Großbritannien versucht sich an örtlich begrenzten Maßnahmen, inzwischen wird aber auch ein zweiter landesweiter Lockdown diskutiert. Für Anleger ist ein zweiter, flächendeckender Lockdown das schlimmste aller Szenarien. Viele Unternehmen haben den ersten nur knapp überstanden. Einen zweiten würden viele nicht mehr mitgehen können. Schon jetzt ist klar: Reisebeschränkungen zu den anstehenden Herbstferien können als weitgehend gesetzt gelten. Auch wenn die Beschränkungen nur zwei Wochen dauern, ist der Einfluss auf die Wirtschaft signifikant. Die Angst vor neuen Corona-Lockdowns sowie Berichte über verdächtige Zahlungen bei zahlreichen Großbanken in Europa und den USA haben an den Aktienmärkten am Montag zu deutlichen Kursverlusten geführt. Der DAX verlor im Xetra-Handel 4,37 Prozent und ging mit 12.542,44 Zählern aus dem Handel.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Die Lufthansa muss ihre Kapazität noch stärker herunterfahren als bisher geplant. Mindestens 150 Flugzeuge der Gesamtkonzernflotte von 760 Jets werden dauerhaft nicht mehr fliegen, wie das Unternehmen am Montag ankündigte. Auch der Stellenabbau soll über den bislang angekündigten 22.000 Jobs liegen. Außerdem wird der Großraumflieger A380 endgültig außer Dienst gestellt. Aus den genannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Milliarden Euro ergeben, teilte die Airline weiter mit. Der Betrag solle „noch im dritten Quartal des laufenden Jahres“ verbucht werden. Grund sei die deutlich langsamere Erholung des Luftverkehrs von der Corona-Pandemiekrise.
    • Oracle und Walmart können von der gesicherten Zukunft der populären Video-App Tiktok in den USA profitieren. US-Präsident Trump billigte einen Deal zwischen dem chinesischen Tiktok-Eigentümer Bytedance und den beiden US-Konzernen. Demnach soll Oracle alle Daten von US-Nutzern verarbeiten. In den USA würden 25 000 Jobs entstehen, kündigte Trump an. Eine seiner Forderungen war auch, dass US-Investoren eine Mehrheit an Tiktok halten. Dazu wurde bisher nur bekannt, dass Oracle vor einem IPO von Tiktok Global einen Anteil von 12,5 Prozent an der Firma übernehmen soll und Walmart 7,5 Prozent.
    • Der DNA-Sequenzierungs-Anbieter Illumina will das auf Krebsdiagnose spezialisierte US-Unternehmen Grail übernehmen. Die Kaufsumme von zunächst 8 Mrd. Dollar setze sich aus Barmitteln und Illumina-Aktien zusammen, teilte Illumina mit. Daneben erhalten die Grail-Aktionäre zusätzliche Zahlungen im Umfang eines festgelegten einstelligen Prozentanteils an bestimmten mit Grail in Verbindung stehenden Umsätzen, hieß es weiter. Das ursprünglich von Illumina 2016 gegründete Unternehmen war ausgegliedert worden, Illumina hielt zuletzt aber noch 14,5 Prozent der Anteile.
    • Nikola-Gründer und Chairman Trevor Milton verlässt "das sinkende Schiff". Er sei an den Vorstand herangetreten und habe angeboten, freiwillig aus dem Amt auszuscheiden, teilte das Unternehmen zur Causa Milton mit. Als sein Nachfolger sei mit sofortiger Wirkung Stephen Girsky ernannt worden. Die Investmentgesellschaft Hindenburg Research hat Nikola einen „komplexen Betrug“ vorgeworfen, der auf zahlreichen Lügen des Gründers Trevor Milton beruhe. Die Partner würden mit der „falschen Behauptung, über wichtige Technologien zu verfügen“, von dem Start-up „in die Irre geführt“. Der Bericht riss den Börsenkurs von Nikola umgehend nach unten. Zu seinem Rücktritt erklärte Milton nun, der Fokus solle auf dem Unternehmen liegen und nicht auf ihm selbst. Er bleibe Nikolas größter Fan: „Ich werde euch von der Seitenlinie aus anfeuern.“
    • Der Leasingspezialist Grenke prüft nach den Betrugsvorwürfen von Viceroy Research die Integration seines umstrittenen Franchisesystems in den Konzern. Wolfgang Grenke, bis dato stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, biete dabei die Übernahme der von der Gesellschaft CTP gehaltenen Beteiligungen an den Franchisegesellschaften an. Den möglichen Erwerb will der Konzern von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen lassen. Ebenso sollen Franchise-Übernahmen der Vergangenheit durchleuchtet werden. Grenke wird dabei wegen möglicher Interessenkonflikte sein Aufsichtsmandat mit sofortiger Wirkung solange ruhen lassen, bis die Vorwürfe ausgeräumt seien, teilte Konzern mit.
    • Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess befürchtet bei einer Verschärfung der CO2-Richtlinien durch die EU-Kommission einen größeren Stellenabbau in der Autoindustrie. „Eine schnellere Transformation bedeutet auch, dass mehr Arbeitsplätze und ganze Firmen in bestimmten Bereichen unter Druck geraten oder verloren gehen", sagte der Manager der "Welt am Sonntag".
    • Der Online-Modehändler Zalando startet sein Second-Hand-Angebot "Pre-owned" in Deutschland und Spanien. Ab sofort können Kunden über die Plattform neuwertige gebrauchte Mode kaufen sowie eigene Second-Hand-Kleidungsstücke gegen eine Gutschrift eintauschen. Ab Oktober soll dies auch in Belgien, Frankreich, Polen und den Niederlanden möglich sein.
    • Die Schweizer Großbank UBS hat offenbar Interesse am größten deutschen Geldinstitut, der Deutschen Bank. Die Schweizer „Sonntagszeitung“ berichtet, dass auch die britische Barclays im Visier der UBS steht. Auch an der Commerzbank und an der Lloyds Banking Group sollen die Schweizer Interesse hegen. Innerhalb der UBS schaue man sich gezielt nach Banken um, die ähnlich aufgestellt sind, mit denen das Institut in Konkurrenz steht, sich gleichzeitig aber auch gut ergänzt, insbesondere im Investmentbanking, hieß es. Die Fusionspläne der UBS mit der Credit Suisse sind laut „Sonntagszeitung“ dagegen vom Tisch. Bloomberg berichtete ähnlich, die UBS stehe möglicherweise zwar nicht unmittelbar vor einer Akquisition, signalisiere aber die Absicht, eine aktive Rolle bei der Konsolidierung europäischer Banken zu spielen, um sich gegen US-Wettbewerber zu behaupten. Verwaltungsratspräsident Axel Weber habe eine Wunschliste erstellt mit potenziellen Partnern für einen möglichen Deal. Dabei gehöre eine Transkation mit der Deutschen Bank zu den beliebtesten Szenarien.
    • Telefónica Deutschland (O2) und 1&1 Drillisch streiten sich über die Kosten zur Nutzung des Mobilfunknetzes der Tochter des spanischen Konzerns Telefónica. Da 1&1 und die Muttgesellschaft United Internet offenbar nicht damit gerechnet haben, dass O2 bereits ab Juli vor Abschluss der laufenden Verhandlungen die Nutzungentgelte erheblich erhöht, mussten 1&1 und United Internet jeweils ihre Prognosen für das operative Ergebnis im laufenden Jahr kappen. „1&1 Drillisch hält die von Telefónica ab 1. Juli 2020 geforderten Vorleistungspreise für nicht in Übereinstimmung mit den Selbstverpflichtungen von Telefónica unter der Freigabeentscheidung der EU-Kommission zum Zusammenschluss mit E-Plus", hieß es. Zudem liegen die Preise nach Darstellung von United Internet nicht im Rahmen des bisher bestehenden sogenannten MBA MVNO-Vertrags (Mobile Bitstream Access - Mobile Virtual Network Operator) mit Telefónica.
    • Großbanken weltweit haben einem weltweiten Recherche-Netzwerk unter Führung von “BuzzFeed” zufolge bei Verdacht auf Geldwäsche zu lax gehandelt. Diese Unregelmäßigkeiten gehen den Angaben zufolge aus geheimen Unterlagen des US-Finanzministeriums hervor. Banken aus aller Welt sollen demnach über Jahre hinweg trotz strenger Vorgaben Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt haben. Die Vorgänge seien sehr zögerlich und zum Teil mit jahrelanger Verspätung erst gemeldet worden. Nach den Medienberichten über Datenlecks bei der weltweiten Bekämpfung von Geldwäsche an Wert verloren stehen Bankentitel unter Druck. Die Papiere der Großbank HSBC beispielsweise sind auf den niedrigsten Stand seit Mai 1995 gefallen. HSBC verwies in einem Brief an die Nachrichtenagentur Reuters auf das Alter der Dokumente und auf konzernweite Schritte im Kampf gegen Finanz-Betrug.
    • US-Präsident Donald Trump hat einen Deal zwischen dem chinesischen TikTok-Eigentümer Bytedance und US-Unternehmen genehmigt. Das weltweite Geschäft von Tiktok komme in eine neue Firma mit Sitz in den USA, „wahrscheinlich in Texas“, sagte Trump. „Ich habe den Deal abgesegnet.“ Eine formelle Aufhebung der US-Massnahmen gegen Tiktok steht noch aus.
    • Der Pharmakonzern Roche kauft die irische Biotechfirma Inflazome zu. Durch die Übernahme erhält Roche die vollen Rechte am gesamten Portfolio von Inflazome. Deren Aktionäre erhalten zum einen eine Vorauszahlung von 380 Mio. Euro und haben Anspruch auf zusätzliche bedingte Zahlungen nach Erreichens bestimmter Meilensteine.

    Konjunktur & Politik

    • Die Wirtschaftsaktivität in den USA hat sich im August weiter verlangsamt. Dies signalisiert der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI), der auf 0,79 Punkte zurückfiel, wie die Fed of Chicago mitteilte. Für den Juli wurde der Indexstand auf 2,54 revidiert, nachdem zunächst ein Wert von 1,18 genannt worden war.
    • Die US-Regierung hat unilateral erklärt, dass internationale Sanktionen gegen den Iran seit Sonntag wieder in Kraft sind. Diese Strafmaßnahmen waren nach dem Internationalen Atomabkommens von 2015 ausgesetzt worden. Die USA traten im Mai 2018 aber aus dem Abkommen mit dem Iran aus Es ist deshalb strittig, ob sie die Sanktionen einseitig wieder in Stand setzen können. Der US-Sondergesandte für Iran und Venezuela, Elliott Abrams, hat Schritte angekündigt, mit denen die USA die Sanktionen gegen Teheran durchsetzen wollen. Dies könnte auch direkte Maßnahmen gegen die Länder des Atomabkommens enthalten, die sich quer stellen, das sind neben Russland und China auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
    • Die Deutsche Bundesbank teilte mit, dass sich die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr weiter erholen wird, aber langsamer als im Sommer. „Nach dem massiven Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Frühjahr um saisonbereinigt fast ein Zehntel gegenüber der Vorperiode dürfte im dritten Vierteljahr 2020 daher eine kräftige Gegenbewegung folgen", folgern die Ökonomen. „Gleichwohl wird das Vorkrisenniveau im Sommer noch erheblich unterschritten werden. Dies gilt gleichermaßen für die Industrie wie für die Dienstleistungen insgesamt."
    • Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff tritt für die Landtagswahl im Sommer 2021 erneut als CDU-Spitzenkandidat an. Das teilte der CDU-Landesvorsitzende, Innenminister Holger Stahlknecht, am Montag mit.
    • Laut der Johns-Hopkins-University in Baltimore nähert sich die Zahl der registrierten Toten auf der Welt, die an oder mit dem Coronavrius gestorben sind, der Marke von 1 Mio. Aktuell verzeichnet die Universität 960.000 Todesfälle. Die Zahl der weltweit gemeldeten Infizierungen liegt nun über 30 Mio. In absoluten Zahlen gibt es nach wie vor die meisten Fälle in den USA. Allerdings dürfte das Land bald von Indien überholt werden, dessen Zahl deutlich stärker ansteigt.
    • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant im Umgang mit dem Coronavirus eine neue Strategie für den Winter. Er will sog. Fieberambulanzen einrichten. Er sagte im Deutschlandfunk, die Ambulanzen sollten Anlaufstellen für Menschen mit Atemwegserkrankungen sein. Dort solle geklärt werden, ob es sich um eine Covid-19-Infektion handelt. So lasse sich auch das Ansteckungsrisiko in den Arztpraxen reduzieren. Zudem will Spahn in großem Stil Schnelltests einsetzen. Mit den Maßnahmen will er Deutschland für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen im Herbst und Winter vorbereiten.
    • Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt das geplante Gesetz, den Einbau von Ladestationen für Elektroautos in Privathäusern zu fördern. Eine entsprechende Reform hat der Bundestag vergangenen Donnerstag verabschiedet. „Hürden beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur in Gebäuden fallen damit endlich weg", teilte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Montag mit. „Dadurch wächst die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen und mit dann hoffentlich weiter steigenden Neuzulassungen von Batteriefahrzeugen und Plug-In-Hybriden kann ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden."
    • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) per Montag binnen 24 Stunden 922 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Wegen der verzögerten Meldungen am Wochenende ist die Zahl nur bedingt aussagekräftig. Am Samstag war mit 2.297 neuen Ansteckungsfällen der höchste Wert seit April registriert worden. Neue Todesfälle wurden nicht gemeldet.
    • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder erwägt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er will mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. „Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.
    • Die EU-Außenminister wollen bei einem Treffen in Brüssel Sanktionen wegen Verstößen gegen das UN-Waffenembargo gegen Libyen beschliessen. Es gebe bereits eine Liste mit Unternehmen und Personen, die Schiffe, Flugzeuge oder andere Logistik für den Transport von Kriegsmaterial bereitgestellt haben.
    • Erstmals seit Beginn des zweiten landesweiten Lockdowns in Israel sind Gegner von Regierungschef Benjamin Netanjahu zu Protesten zusammengekommen. Mehrere Tausend Menschen beteiligten sich an der Demonstration in Jerusalem, um Netanjahus Rücktritt zu fordern.

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