USA: Trotz der enttäuschenden Arbeitsmarktdaten für November – der Anstieg der neu geschaffenen Stellen lag deutlich unter den Prognosen – konnten die US-Börsen zu Wochenbeginn leicht im Plus schließen. Als Gründe wurden von Analysten der einerseits schwächere US-Dollar und sinkende Ölpreis, und andererseits der gute ISM-Dienstleistungsindex und eine höhere Umsatzprognose von Intel genannt. Im weiteren Wochenverlauf sorgte jedoch der Überfall auf das US-Konsulat in Saudi Arabien und die damit verbundenen Befürchtung über neuerliche Öllieferunterbrechungen für leicht steigende Ölpreise und Verstimmung an den US-Börsen. Dennoch konnten die Märkte aufgrund positiver Nachrichten aus dem Technologiesektor, sowie aufkeimender Fusionsspekulationen in der Mobilfunkbranche die Verluste wettmachen und im Wochenvergleich praktisch unverändert schließen.

Europa: Unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten sorgten für einen Kurssprung beim Euro und damit für Verluste an den europäischen Börsen zum Wochenstart. Der hohe Eurokurs, der erst zum Wochenschluss wieder nachgab, überschattete nach Einschätzung von Händlern den niedrigeren Ölpreis. Auch positive Kommentare bezüglich des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts konnten in Anbetracht des schwachen Weihnachtsgeschäfts im Vorjahr wenig Auftrieb für die Aktienmärkte, insbesondere für Einzelhandelsunternehmen geben. Aufgrund des schwachen Dollars und hoher Stahlpreise mussten unter anderem Automobilwerte, die trotz einem deutlichen Anstieg der Kfz-Neuzulassungen in Deutschland unter der Angst schwindender Gewinne leiden, Verluste hinnehmen. In Folge weniger Unternehmensmeldungen und gemischter Konjunkturdaten vollzogen die europäischen Börsen eine Fortsetzung der Konsolidierungsphase in einem von Lethargie geprägten Umfeld. Alle wichtigen Indizes mussten in dieser Woche Verluste hinnehmen: DAX -1.57%, FTSE100 -1.32%, CAC40 -1.68%.

Asien: Der schwache Stellenzuwachs beim größten japanischen Exportpartner und der damit stärkere Yen löste erneut Sorgen über eine Bedrohung der exportstarken Unternehmen aus und ließ den japanischen Aktienmarkt mit Verlusten in die neue Handelswoche starten. Zusätzlich sorgten im weiteren Wochenverlauf schwache Konjunkturdaten (BIP-Zahlen, Aufträge für Maschinenbau) für weiter deutliche Abschläge. Gegen Wochenschluss konnten jedoch Exportwerte vom gestiegenen US-Dollar profitieren und damit die Verluste begrenzen. Für nächste Woche wird nach Angaben der Analysten die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank – mit einer Zinserhöhung könnten die US-Zinsen erstmals seit drei Jahren höher als die Euro-Zinsen sein -, sowie der Tankan-Konjunkturbericht im Blickfeld der Investoren stehen.

Anleihemärkte & Währungen

Nach Veröffentlichung des schwachen US-Arbeitsmarktberichtes für November sind die Renditen an den internationalen Anleihemärkten stark gefallen, wobei vor allem die Renditen der US-Treasuries überproportional leiden mussten. Der weniger starke Stellenzuwachs hat damit die Erwartungen in die zukünftigen Zinserhöhungen der FED gemäßigt. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte in der nächsten Woche wird von Analysten jedoch als wahrscheinlichstes Szenario gesehen. Die Anleihenkurse sollten dadurch wieder Unterstützung erfahren. Zusätzlich sorgten der gesunkene Importpreisindex (sinkende Inflation würde US-Anleihen attraktiver machen) und der zu Wochenschluss gestiegenen US-Dollar wieder für etwas Auftrieb und Bewegung am Anleihenmarkt.

Deutlich schwächer als erwartet gestiegene Beschäftigungszahlen in den USA sorgten für Enttäuschung an den Devisenmärkten und einen Dollarverfall zu Wochenbeginn. Der Euro markierte in Folge ein neues Allzeithoch bei 1.3469, bevor er gegen Wochenschluss eine von Devisenexperten als überfällig bezeichnete Korrektur vollzog. Diese durchgeführte Konsolidierung dürfte jedoch in der vom weiter ausufernden US-Leistungsbilanz- und Handelsbilanzdefizit getriebenen Abwertung des Dollars nur kurzlebig sein. In der nächsten Woche wird nach Ansicht der Analsten die FED-Zinsentscheidung im Blickfeld sein und eine weiter Zinserhöhung sollte in Anbetracht unveränderter Zinsniveaus in anderen wichtigen Währungen zumindest für eine Verlangsamung des Dollarverfalls sorgen.

Quelle: AMIS Asset Management

Die AMIS Asset Management Investment Services AG wurde 1991 gegründet und gehört heute zu den größten privaten und konzernunabhängigen Produktgebern Österreichs. Das verwaltete Vermögen beträgt rund 274 Mio. Euro. Die Anlageprodukte der AMIS AG, aktiv gemanagte Fonds, werden über ein speziell entwickeltes Franchisesystem vertrieben.