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Edinburgh (GodmodeTrader.de) - In der Debatte um den volkswirtschaftlichen Effekt der großen Wanderungsbewegungen nach Deutschland heben die Volkswirte von Standard Life Investments zwei Aspekte hervor. Im aktuellen „Weekly Economic Briefing“ des britischen Investmenthauses erwartet der für Europa zuständige Analyst James McCann zwar einen Anschub des Bruttosozialprodukts allein durch die für die Bewältigung des Flüchtlingsstroms erforderlichen Ausgaben. „Wenn Deutschland aber langfristig von der Migration profitieren will, müssen die Neuankömmlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden“, gibt McCann zu bedenken. „Und selbst dann würde Deutschland viele Jahre erfolgreich bewältigter Integration benötigen, um seine demographischen Probleme zu lösen.“

Auch insgesamt werde die Wirtschaft in Deutschland derzeit vom heimischen Konsum getrieben. Zwar hätten die Einzelhandelsumsätze im September stagniert; aber auf´s Jahr gesehen hätten sie um beeindruckende 3,6 Prozent zugenommen. McCann führt dafür eine Reihe von Gründen an: das billige Öl habe die verfügbaren Haushaltseinkommen um fast drei Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen lassen. Ein robuster Arbeitsmarkt sowie der Mindestlohn trügen zu Einkommens­steigerungen bei. Hinzu komme die ultralockere Geldpolitik, die Kredite verbillige.

Die Frage sei aber, ob die die heimische Wirtschaft dem weniger günstigen globalen Wachstumsumfeld standhalten könne. Denn gerade der Einbruch vom Sommer in Handel und Produktion habe Deutschland hart getroffen. Auf Monatsbasis seien die Exporte um 5,2 Prozent gefallen – der schärfste Rückgang seit Anfang 2009. „Auch wenn sich der deutsche Industriesektor recht widerstandsfähig zeigt, ruft doch die Heftigkeit des Rückgangs die Abhängigkeit Deutschlands von den globalen Bedingungen in Erinnerung“, so McCann.