Die Q1-Berichterstattung ist nun abgeschlossen, und es war eine starke Berichtssaison in allen Regionen. Obwohl dies als beruhigend angesehen werden könnte, ist es wichtig zu bedenken, dass die Ergebnissaison eher ein Rückblick ist, als dass sie das widerspiegelt, was vor uns liegt. Da sich die wirtschaftlichen Frühindikatoren verschlechtert haben, gehen wir in den nächsten Quartalen angesichts des schwächeren wirtschaftlichen Hintergrunds und des höheren Inflationsdrucks, der auf den Gewinnspannen der Unternehmen lastet, von einer Phase der Gewinnrückstufungen aus. Wir sind der Meinung, dass die Gewinnwachstumserwartungen zu hoch sind und in den meisten Regionen gesenkt werden müssen.

Europa: Unternehmensergebnisse im Überblick

In Europa meldeten 74 % der Unternehmen eine positive Umsatzüberraschung, bei den Gewinnen waren es 66 %, wobei die Umsätze im Durchschnitt um ca. 5 % und die Gewinne um ca. 10 % übertroffen wurden. Alle Sektoren meldeten insgesamt positive Umsätze, mit Ausnahme des Energiesektors, der - vielleicht überraschenderweise - bei den Umsätzen -11 % negativ meldete, während er bei den Gewinnen mit +2 % immer noch leicht positiv war. Der Telekommunikationssektors, der bei den Umsätzen -1 % lieferte, zeigte bei den Gewinnen mit +26 % ein starkes Ergebnis. Die Sektoren mit den meisten positiven Umsatzüberraschungen waren Versorger, Immobilien und Technologie. Bei den Gewinnen gab es nur zwei Sektoren, die insgesamt negativ überraschten, nämlich Immobilien und Versorger. Die meisten positiven Überraschungen bei den Erträgen gab es bei zyklischen Konsumgütern, Telekommunikation und Werkstoffen. Das ausgewiesene Gesamtwachstum belief sich auf +25 % beim Umsatz und +10 % bei den Erträgen, wobei der Umsatz durch den Rückenwind der Wechselkurse etwas gestützt wurde, aber auch ein gewisser Margendruck bei den Unternehmen insgesamt zu spüren war, der unserer Ansicht nach auf die Inflation der Inputkosten zurückzuführen ist. Die stärksten Zuwächse wurden in den Bereichen Energie, Versorger und Werkstoffe verzeichnet, was auf die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise zurückzuführen ist. Telekommunikations- und Finanzunternehmen verzeichneten im Quartal insgesamt ein flaches bis leicht rückläufiges Umsatzwachstum.

USA: Versorger, Energie und Werkstoffe überraschen positiv beim Umsatz

In den USA meldeten 67 % der Unternehmen eine positive Umsatzüberraschung, bei den Gewinnen waren es 76 %, wobei die Umsätze im Durchschnitt um ca. 2 % und die Gewinne um ca. 5 % übertroffen wurden. Die Telekommunikationsbranche war der einzige Sektor mit einer geringfügig negativen Umsatzüberraschung, während alle Sektoren bei den Gewinnen positiv waren. Die stärksten positiven Überraschungen bei den Umsätzen gab es bei Versorgern (+10 %), Energie (+4 %) und Werkstoffen (+4 %), die geringsten bei Telekommunikation, Industrie und zyklischem Konsum. Bei den Gewinnen gab es die meisten positiven Nachrichten in den Bereichen Werkstoffe, Gesundheitswesen und Finanzwerte, die schwächsten positiven Meldungen kamen aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Energie und Industriewerte. Das stärkste Umsatzwachstum kam - wenig überraschend - mit +58 % aus dem Energiesektor, gefolgt von der Werkstoffbranche mit +24 %, die ähnliche Muster wie in Europa in Bezug auf den Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise aufweist, und dem Immobiliensektor mit +20 %.

Negativer Umsatz bei Basiskonsumgütern in Asien

In Asien (ohne Japan) meldeten 54 % der Unternehmen eine positive Umsatzüberraschung, bei den Gewinnen waren es 37 %, wobei die Umsätze im Durchschnitt um 6 % und die Gewinne um 10 % übertroffen wurden. Immobilien und Telekommunikation waren die einzigen beiden Sektoren mit negativen Umsatzüberraschungen, während Versorger und Immobilien die einzigen beiden Sektoren mit negativen Gewinnüberraschungen waren. Die stärksten positiven Nachrichten kamen aus den Sektoren Finanzen, Energie und Werkstoffe, ähnlich wie in anderen Regionen, und die stärksten positiven Meldungen kamen aus den Sektoren Energie, Werkstoffe und Telekommunikation - was wiederum die Vorteile der höheren Rohstoff- und Energiepreise für die Sektoren Energie und Werkstoffe unterstreicht. Das ausgewiesene Wachstum war mit +18 % beim Umsatz und +9 % beim Gewinn ähnlich stark wie in Europa. Das stärkste Wachstum verzeichnete der Energiesektor, gefolgt von Finanzwerten, Industriewerten und Werkstoffen. Nur ein einziger Sektor verzeichnete ein negatives Umsatzwachstum, nämlich der Sektor der Basiskonsumgüter.

Uneinheitliche Berichtssaison in Japan

In Japan verlief die Berichtssaison etwas uneinheitlicher: 61 % der Unternehmen meldeten eine positive Umsatzüberraschung und 54 % eine Gewinnüberraschung, wobei der Umsatz insgesamt 2 % und der Gewinn -22 % betrug. Die stärksten positiven Umsatzüberraschungen gab es bei den Versorgern, im Gesundheitswesen und bei zyklischen Konsumgütern, während Immobilien, Finanzwerte und nicht-zyklische Konsumgüter negative Umsatzüberraschungen zeigten. Bei den Gewinnen waren Versorger, Energie und Technologie die stärksten positiven Bereiche. Das ausgewiesene Wachstum betrug +11 % beim Umsatz, aber -20 % bei den Erträgen, was auf die Bereiche Gesundheitswesen, zyklische Konsumgüter und Finanzwerte zurückzuführen ist.