• Produktionsausfälle in der Nordsee nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein
  • Gold fällt trotz gestiegener Risiken und höherer Unsicherheit
  • Globaler Platinmarkt 2018 und 2019 deutlich überversorgt
  • Angeordnete Produktionskürzungen für Aluminium in China relativ lax
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Energie: Die Ölpreise legen weiter moderat zu. Brent erreichte am Morgen gut 61 USD je Barrel. Wir sehen den Preisanstieg um ca. 2 USD seit Wochenbeginn als Reaktion auf den Einbruch um mehr als 30 % in den letzten sieben Wochen. Zwar wird von einigen Marktbeobachtern auch die vorübergehende Unterbrechung der Ölproduktion im Buzzard-Ölfeld in der Nordsee aufgrund eines technischen Problems als ein preisunterstützender Faktor genannt. Dort wird Forties-Öl gefördert, die wichtigste Ölsorte im Brentkorb. Die betroffene Produktionsmenge liegt aber lediglich bei 150 Tsd. Barrel pro Tag. Wenn dies ausreicht, den Ölpreis steigen zu lassen, könnte sich die OPEC entspannt zurücklehnen. Das im nächsten Jahr drohende Überangebot auf dem globalen Ölmarkt ist etwa zehnmal so hoch, was die Produktionsunterbrechung in der Nordsee als Tropfen auf den heißen Stein erscheinen lässt. Es bedarf daher einer signifikanten Produktionskürzung seitens der OPEC und verbündeter Nicht-OPEC-Produzenten auf dem Treffen in der nächsten Woche in Wien, damit der Ölmarkt im nächsten Jahr wieder ins Gleichgewicht gebracht wird und die Lagerbestände nicht weiter steigen. Vorbereitende Gespräche dürften bereits am Rande des G20-Treffens in Buenos Aires am Wochenende geführt werden. Dort nehmen u.a. Russlands Präsident Putin und der saudi-arabische Kronprinz bin Salman teil. Die US-Rohöllagerbestände sind in der letzten Woche laut API unerwartet deutlich um 3,5 Mio. Barrel gestiegen, was auf einen überversorgten Markt hindeutet und die Notwendigkeit einer Angebotsreduktion unterstreicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D4H Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3D41 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Für uns unverständlich hat der Goldpreis gestern 0,6 % verloren und ist auf 1.215 USD je Feinunze gefallen. Unverständlich deshalb, da die politischen und geopolitischen Risiken, z.B. die verstärkte Kriegsrhetorik zwischen der Ukraine und Russland, derzeit zunehmen. US-Präsident Trump hat daher das geplante Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin im Rahmen des G20-Gipfels in Frage gestellt, was eigentlich zu erhöhter Unsicherheit beitragen sollte. Auch hat Trump in einem Zeitungsinterview erneut mit markigen Worten die US-Notenbank Fed und ihren Vorsitzenden Powell kritisiert. Die Fed sei „ein viel größeres Problem als China“ und er sei „noch nicht einmal ein kleines bisschen glücklich“ mit seiner Wahl von Powell zum Zentralbankchef. Dies prallte an Gold jedoch ebenfalls ab. Nach unten gezogen wurde Gold durch den festen US-Dollar. Dieser wertete auf, da der stellvertretende Vorsitzende der Fed, Clarida, gestern von einer graduellen Normalisierung der Geldpolitik sprach. Heute hält Powell eine Rede, die von den Marktteilnehmern wohl stark beachtet werden wird.

Der World Platinum Investment Council hat in seinem heutigen Quartalsbericht ein ziemlich düsteres Bild für den Platinmarkt gezeichnet. Demnach soll sich in diesem Jahr ein Angebotsüberschuss von 505 Tsd. Unzen auftürmen, 210 Tsd. Unzen mehr als bislang erwartet. Im nächsten Jahr soll immer noch ein Überschuss von 455 Tsd. Unzen bestehen. Auf die Details gehen wir morgen ein.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2W Long Gold-Future Faktor: 4
CD5B33 Short Gold-Future Faktor: -4
CE6Y08 Long Platin-Future Faktor: 4
CE6Y0D Short Platin-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Wie aus veröffentlichten Regierungsdokumenten hervorgeht, haben die chinesischen Behörden angeordnet, dass der größte Aluminiumproduzent des Landes diesen Winter Produktionskapazitäten von bis zu 550 Tsd. Tonnen p.a. schließen muss, um die Luftverschmutzung einzudämmen. Die Schließungen betreffen die Provinz Shandong, wo am meisten Aluminium in China hergestellt wird. Die angeordneten Schließungen fallen aber deutlich geringer aus als in der letzten Wintersaison, denn die Stilllegungen betreffen nur 8,5 % der gesamten Kapazitäten des Produzenten. Zudem müssen manche Anlagen nur im Dezember und Januar heruntergefahren werden, und nicht wie in der letzten Saison von Mitte November bis Mitte März. Daneben wurde angeordnet, dass der Produzent auch 2 Mio. Tonnen p.a. Produktionskapazitäten für Alumina schließen muss (knapp 13 % der gesamten Kapazitäten). Diese Anordnung gilt für die komplette Wintersaison. Alles in allem sind dies relativ laxe Anordnungen zu Produktionskürzungen. Der chinesische Aluminiummarkt und über Exporte auch der Weltmarkt dürften daher unseres Erachtens gut versorgt bleiben. Die Aluminiumhersteller in China könnten demnächst aber vielleicht „freiwillig“ die Produktion kürzen, da sich die Verluste festigen. Das chinesische Analysehaus SMM gibt die durchschnittlichen Verluste für letzte Woche mit 1.000 CNY je Tonne (rund 144 USD) an. Demnach liegen die Produktionskosten chinesischer Aluminiumhersteller im Durchschnitt bei 14.800 CNY je Tonne (gut 2.130 USD).

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