Kurse an der Wall Street sinken weiter

    Der US-Aktienmarkt ist mit weiteren Kursverlusten in den Handel gestartet. Nachdem bereits die europäischen Börsen ihre Talfahrt fortgesetzt haben, notieren auch die Kurse an der Wall Street wieder überwiegend im roten Bereich. Schwache Konjunkturdaten hatten am Mittwoch die Befürchtung genährt, dass sich auch die Vereinigten Staaten der weltweiten Konjunktureintrübung nicht entziehen können. Die am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsdaten (siehe unten) fielen insgesamt allerdings besser aus als erwartet.

    Der Dow Jones Industrial Average notiert im frühen Handel 0,61% schwächer bei 16.043 Punkten, während der marktbreitere S&P 500 um 0,60% auf 1.851,36 Punkte nachgibt. Ähnlich schwach wie der Gesamtmarkt tendieren auch die Technologiewerte. Der Nasdaq Composite sinkt um 0,59% auf 4.190,38 Punkte.

    Philadelphia-Fed-Index sinkt nur leicht

    Die Aussichten für das verarbeitende Gewerbe im US-Notenbankdistrikt von Philadelphia liegen im Oktober über den Erwartungen. Der wegen seiner frühen Veröffentlichung stark beachtete Philadelphia-Fed-Index sank von 22,5 Punkten im Vormonat auf 20,7 Zähler. Die Volkswirte hatten einen stärkeren Rückgang auf 19,9 Punkte erwartet. Ein positiver Punktestand deutet auf eine Verbesserung der Bedingungen hin.

    US-Industrieproduktion steigt stärker als erwartet

    Die US-Industrieproduktion ist im September stärker gestiegen als erwartet. Gegenüber dem Vormonat wurde ein Anstieg um 1,0% verzeichnet, wie das US-Wirtschaftsministerium mitteilte. Die Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 0,4% gerechnet, nach einem Rückgang um revidiert 0,2% (ursprünglich -0,1%) im Vormonat. Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich deutlich von revidiert 78,7% (ursprünglich 78,8%) auf 79,3% im September.

    Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken auf tiefsten Stand seit 2000

    Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der vergangenen Woche überraschend stark gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche verringerten sie sich um 23.000 auf 264.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Damit wurde der tiefste Stand seit dem Jahr 2000 erreicht. Ökonomen hatten 286.000 Anträge erwartet, nach 287.000 in der Vorwoche. Die Zahl der insgesamt auf Arbeitslosenunterstützung angewiesenen Personen erhöhte sich leicht um 7.000 auf 2,389 Millionen Personen.

    US-Geldpolitik könnte länger locker bleiben

    Angesichts der Konjunktureintrübung haben sich mehrere US-Notenbanker gegen eine zu frühe Straffung der US-Geldpolitik ausgesprochen. Minneapolis-Fed-Präsident Kocherlakota bezeichnete eine Anhebung der Leitzinsen im kommenden Jahr als unangebracht. Nach Einschätzung von James Bullard, Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, sollte die Fed über ein späteres Ende des Quantitative Easing nachdenken.

    Eurozone: Inflation auf Fünf-Jahres-Tief

    Die Inflation in der Eurozone ist auf den tiefsten Stand seit fünf Jahr gefallen. Im September sank die Teuerungsrate nach endgültigen Angaben auf 0,3%, von 0,4% im August. Damit wurde eine erste Schätzung von Ende September bestätigt. Verantwortlich für die schwache Preissteigerung waren vor allem sinkende Energiepreise.

    Griechenland könnte weitere Hilfen bekommen

    Nachdem die Anleiherenditen Griechenlands zuletzt wieder stark angestiegen sind, könnte das Land nun offenbar doch neue Finanzhilfen erhalten. Die EU-Kommission sicherte Griechenland am Donnerstag weitere Unterstützung zu. Presseberichten zufolge schließt Griechenland eine weitere Kreditlinie des Euro-Rettungsschirms ESM für 2015 nicht aus.

    Netflix-Aktien brechen nach Zahlen um 24% ein

    Die Aktien des Streaminganbieters Netflix sind nach den am Mittwochabend nach Börsenschluss veröffentlichten Quartalszahlen kräftig eingebrochen. Aktuell notieren die Papiere 22,65% schwächer bei 347 Dollar. Während die Gewinnerwartungen im dritten Quartal leicht übertroffen wurden, lagen Umsatz und Zahl der Neukunden deutlich unter den Analystenschätzungen. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen zudem nur einen Gewinn von 44 Cent, während die Analysten bisher mit 84 Cent gerechnet hatten. Einen ausführlichen Artikel inklusive charttechnischer Analyse finden Sie hier.

    Goldman Sachs steigert Gewinn deutlich

    Die Investmentbank Goldman Sachs hat im Sommerquartal ihren Gewinn dank florierende Handelsgeschäfte deutlich gesteigert. Unter dem Strich erhöhte sich der Überschuss um 48% auf 2,24 Mrd. Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag mit 4,57 Dollar deutlich über den Erwartungen von 3,21 Dollar. Die Aktien verbilligen sich heute dennoch um 2,04%.

    UnitedHealth verdient mehr als erwartet und erhöht Prognose

    Der Gesundheitsdienstleister UnitedHealth Group hat im dritten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,63 Dollar die Analystenschätzungen von 1,53 Dollar übertroffen. Der Umsatz betrug 32,76 Mrd. Dollar. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2014 wurde angehoben.

    eBay senkt Ausblick

    Das Online-Auktionshaus eBay hat seine Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Im dritten Quartal wurden mit einem angepassten Gewinn je Aktie von 0,68 Dollar die Analystenschätzungen von 0,67 Dollar übertroffen, während der Umsatz die Erwartungen leicht verfehlte. Die Aktien verbilligen sich um aktuell um rund 2%.

    Philip Morris verbucht Gewinnrückgang

    Der Tabakkonzern Philip Morris hat im vergangenen Quartal einen Gewinnrückgang von 3,5% zum Vorjahresviertel verzeichnet. Mit einem EPS von 1,39 Dollar wurden die Prognosen dennoch um 5 Cent überboten.